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Zuletzt aktualisiert: 03.06.2007 um 19:39 Uhr

Rothaarig und gemobbt: Briten leiden unter Haarfarbe

Pippi Langstrumpf, Nicole Kidman und Boris Becker haben sie, auch Pumuckl leuchten sie auf dem Kopf: Rote Haare. Ihnen hat dies auf dem Weg zum Erfolg nicht geschadet. Doch andere leiden darunter.

Sexy Rothaarige: Marcia Cross

Foto © ReutersSexy Rothaarige: Marcia Cross

In Großbritannien, dem Mutterland vieler Rothaariger, sorgt nun ein Fall für Aufregung: Eine Familie musste drei Mal umziehen, weil sie wegen ihrer roten Haare so schlimm gemobbt wurde.

Beleidigt und geschlagen. Die Chapmans aus dem englischen Newcastle wandten sich am Wochenende verzweifelt an die Presse: Ihre Wohnungen seien mit Graffiti beschmiert und Fensterscheiben zertrümmert worden. Ihre vier Kinder würden, egal wo sie hinzögen, beleidigt und geschlagen. Alles wegen der roten Haarfarbe, berichteten Zeitungen empört. "Man erwartet ja, dass die Leute einen Spaß machen, wenn man rote Haare hat. Aber das ist einfach nur noch unglaublich", klagte der Vater Kevin Chapman. Die Familienmitglieder lebten wie Ausgestoßene.

Kulturell abhängig. Der Fall Chapman ist zwar ein drastischer, aber kein Einzelfall. Die Fotografin Charlotte Rushton hat für ein Buch 300 Rothaarige fotografiert, und sie erzählt: "Nur ein einziger hat keine schlechten Erfahrungen mit seiner Haarfarbe gemacht." Das Rothaar-Mobbing hält sie für eine typisch britische Eigenschaft, "in Amerika finden sie rote Haare feurig und attraktiv". Der Fußballer David Kitson sagte einmal, die Fans, die über seine Haarfarbe Witze machten, seien so schlimm "wie Rassisten".

"Redheads". Erst kürzlich zeigte die BBC einen Bericht über Leben und Leiden der Rothaarigen. Darin wurde auch eine Werbekampagne getestet, die den Geplagten ein besseres Image verpassen sollte. Schließlich gibt es auf der Insel überproportional viele "Redheads", wie sie auf Englisch genannt werden. In Schottland sollen es nach Schätzungen mehr als zehn Prozent der Bevölkerung sein, weltweit sind es weniger als ein Prozent.

Schutzmaßnahmen. Die Zeitung "The Times" schrieb am Wochenende sogar einen Leitartikel zum Thema. "Genug ist genug", heißt es darin. "Wenn es irgendeine andere Minderheit wäre, die Empörung wäre weltweit groß." Rothaarige sollten vor Beleidigungen geschützt werden. Denn: "Wo Dunkelheit ist, bringen sie Helligkeit. Wo Blonde sind, bringen sie Farbe." Die Familie Chapman denkt aber dennoch darüber nach, sich nun die Haare zu färben.


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Foto © Reuters

Nicole Kidman zählt ebenso zu den "Redheads"...Foto © Reuters

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... wie Sängerin Tori Amos Foto © AP

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Natürlich rot: Julianne MooreFoto © Reuters

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Foto © APA / ORF

Nicht zu vergessen: Pippi Foto © APA / ORF

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