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    Zuletzt aktualisiert: 13.03.2007 um 00:39 Uhr

    Ist Charles als König untauglich?

    Prinz Charles ist nicht gewillt, seine Rolle als "königlicher Rebell" aufzugeben, er pocht vielmehr auf das Recht, "seine Ansichten über Probleme von nationaler Wichtigkeit" der Regierung mitzuteilen.

    Foto © AP

    Der Anstoß ist eine von Kanal Vier ausgestrahlte Sendung unter dem Titel: Charles - der Prinz, der sich einmischt." In einer einzigartigen Präventiv-Attacke ließ der Thronfolger die Vorwürfe, die in der Sendung vorgebracht werden, nicht auf sich sitzen. In einem umfangreichen Statement zerpflückte sein Privatsekretär Michael Peat schon im Voraus alle vorgebrachten Argumente, die zu einem vernichtenden Schluss führen: der Prinz sei "für die Krone untauglich."

    Vorwurf. Die Dokumentation wirft dem Prinzen vor, seine Position zu gebrauchen, um die Regierungspolitik zu beeinflussen. Bioanbau, Alternativmedizin, Klimawechsel, genetisch modifizierte Nahrung und Menschenrechtsfragen sind seine Themen. Es ist kein Geheimnis, dass er Minister mit "seltsamen und reaktionären" Ansichten bombardiert - wegen Charles' verschnörkelter Handschrift "Schwarze-Spinnen-Memos" genannt.

    Wirbel. Der emeritierte Rechts-Professor Lord William Wedderburn, warnte: "Wenn sich nichts ändert, und Charles König wird, würde mächtigter Wirbel ausbrechen, am Ende würde das ganze Gefüge der konstitutionellen Monarchie in Gefahr geraten."

    Unpolitisch. Über seinen Sekretär ließ der Prinz von Wales die Welt wissen, dass seine Aktionen keineswegs politisch motiviert seien. Er vermeide es peinlich, "politisch umstritten oder partei-politisch" zu sein. "Er sorgt sich zutiefst um das Wohlergehen des Königreiches und seiner Bewohner, er will seine Position aufwerten, indem er den Leuten hilft, einen Unterschied zum Besseren zu machen." Charles' "Stiftung für integrierte Gesundheit" würde niemand ermutigen, konventionelle Behandlung zugunsten von alternativen Methoden aufzugeben.

    Keine Privilegien. Außerdem genieße er keineswegs "eine einzigartige und sehr privilegierte Steuerposition," wie in der Sendung behauptet wird. Tatsache ist, dass er von seinem Herzogtum Cornwall im Jahr 21 Millionen Euro bezieht, die von Körperschafts- und Kapitalertragssteuer ausgenommen sind.

    Der 58-Jährige wird allerdings nach seiner Thronbesteigung andere Schwerpunkte setzen: "Charles' Rolle und die Art, wie er zum nationalen Leben beiträgt, wird sich ändern, wenn er König ist," so der Privatsekretär.

    ERHARD M. HUTTER, LONDON

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