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    Zuletzt aktualisiert: 29.07.2012 um 05:00 UhrKommentare

    Die vielen Türen des Arnold S.

    Arnold Schwarzenegger, Selbstbildhauer, Schauspieler, Politiker und Phänomen, wird 65 Jahre alt. Versuch einer Würdigung zum runden Geburtstag. Von Frido Hütter.

    Happy Birthday, Mr. Schwarzenegger!

    Foto © APAHappy Birthday, Mr. Schwarzenegger!

    Wenn man je einen Looping (mit)geflogen ist, kennt man diesen Moment: Am Scheitelpunkt, wenn sich die Maschine exakt zwischen Aufstieg und Rückfall befindet, ist man für Sekundenbruchteile schwerelos. Abgekoppelt vom zähen Magnetismus der Erde, frei im Himmel schwebend.

    So oder ähnlich muss sich der 17. November 2003 für Arnold Schwarzenegger angefühlt haben. Samt Familie angetreten, schwor er den Eid auf die Verfassung Kaliforniens, dessen Gouverneur er fortan sein sollte. Der Bub aus dem steirischen Weiler Thal war der erste Mann im größten amerikanischen Bundesstaat mit der siebtgrößten Wirtschaftsleistung aller Länder der Welt geworden. 48 Prozent der Wähler hatten für ihn gestimmt. Über ihm nur die US-Präsidentschaft, die ihm wegen seiner außeramerikanischen Herkunft per Gesetz auf ewig verwehrt sein würde.

    Roller-Stopp

    Das alles ist lange her, der Governor fliegt wieder auf Hollywood-Niveau, aber deutlich unterhalb der Terminatorzeiten-Stratosphäre. Und das ist gut so, es passt einfach total zur Person Arnold S.

    Drei Eigenschaften haben ihn von Beginn an begleitet: Hausverstand, Ausdauer und Humor. Alle drei hat er stets in flexibler Mischung eingesetzt und es dabei weit gebracht.

    Fotoserie: Arnold Schwarzenegger: Ein Steirer machte Weltkarriere

    Gerne erinnerte sich mein älterer Kollege Franz F. daran, dass er mit seinem Roller auf dem Weg von Thal hin und wieder einen eher schmalen Burschen auflas, der auf seine Frage, was er in Graz denn vorhabe, stets sagte: "Trainieren, i muaß trainieren!"

    Der schmale Junge gewann an Kontur, alsbald trainierte er in München, dann in Amerika. 1966 wurde Arnold Schwarzenegger Mr. Europe, von 1967 bis 1970 hielt er en suite den Posten des Mr. Universum besetzt. Danach war er sechs Jahre lang Mr. Olympia.

    Was immer all diese Titel bedeuten mögen, selbst dem Laien schwant, dass dafür unfassbare Disziplin nötig sein muss. Auch wenn die immer wieder erwähnten Dopinggerüchte stimmen sollten, mit anabolen Steroiden und Eiweißtrankeln allein kann man nicht so lange die Weltspitze in dieser Sportart verteidigen.

    In jener Zeit muss der Junge aus Thal begriffen haben, dass die Himmelstüren nach oben aufgehen, wenn man ausdauernd genug an ihnen rüttelt. In seiner soeben erschienenen Biografie "Arnold Schwarzenegger oder Die Kunst, ein Leben zu stemmen" (Steiner Verlag) bezeichnet ihn der deutsche Kulturwissenschaftler Jörg Scheller als "einen der unerbittlichsten Selbstbildhauer unserer Zeit". Und später, als Arnold im Filmbusiness angekommen war, konstatierte die Stern-Korrespondentin Christine Kruttschnitt mit weiblichem Kennerblick: "Schwarzenegger hat Muskeln an Stellen, an denen andere Männer keine Stellen haben."

    Arnold Strong

    Schwarzenegger hatte in den Zeiten des Bodybuildings auch auf Hirnbildung gesetzt, einen Master in Wirtschaft gemacht, in Sachen Immobilien eine gute Hand gezeigt und es zu gewissem Wohlstand gebracht. Dennoch wäre sein Einstieg ins Kino beinahe so trivial verlaufen wie der mancher seiner körpergestählten Vorgänger.

    Aber anders als vor ihm die Muskulanten Steve Reeves (Herkules) oder Johnny Weissmüller (Tarzan) blieb Arnold nicht im staturkonformen Rollenbild stecken. Nach etlichen entbehrlichen Streifen wie "Hercules in New York" (unter dem aufoktroyierten Pseudonym Arnold Strong!) vertraute er sich Starregisseur Bob Rafelson ("Wenn der Postmann zweimal klingelt") an und spielte im Gesellschaftsdrama "Stay Hungry" eine Rolle, die er beherrschte, einen Bodybuilder. Er erntete durchaus freundliche Kritiken und nannte sich forthin selbstbewusst wieder Schwarzenegger. Seine geliebte Mama Aurelia dürfte stolz gewesen sein.

    Das war 1976. Doch auch die Türen Hollywoods wollen hart bearbeitet werden, ehe sie den Weg freigeben. Und so währte es sechs Jahre und acht Filme lang, ehe Arnold Schwarzenegger wirklich ins Schlaglicht geriet: "Conan der Barbar", ein gar nicht so übles Fantasy-Spektakel des Regie-Haudrauf John Milius, machte aus dem Kraftlackel eine Art Posterstar.

    Etliche ähnliche Streifen und ein paar Actionthriller folgten, bis sich Schwarzeneggers Hausverstand und Ehrgeiz wieder meldeten: Ihn gelüstete nach der Königsdisziplin der Unterhaltung, der Komödie. Zumal Ivan Reitman Regie führte und Dany de Vito einen grandiosen Partner abgab, wurde "Twins" 1988 zu einem ehrbaren Kinoerfolg. Schwarzenegger war wieder an einem Punkt angekommen, an dem ihm Welt und Himmel einmal mehr offen standen.

    Mit "Terminator 2" wurde Schwarzenegger 1991 dann vom Star zu einer Ikone der Popkultur, die alle Super-, Bat- und Spidermen kurzfristig von der Bühne fegte.

    Brisante Ehe

    Schon zuvor hatte Schwarzenegger seinem privaten Erscheinungsbild eine neue Facette hinzugefügt: 1986 führte der bekennende und eher konservative Republikaner Maria Shriver, eine Prinzessin aus dem demokratischen, eher linksliberalen Kennedy-Clan, zum Traualtar. Eine politisch brisante Verbindung.

    Auch dies wusste der kluge Mann zu nutzen: Indem sich die beiden bei US-Präsidentschaftswahlen ganz ungeniert für den jeweils anderen Kandidaten einsetzten, boten sie dem verdutzten Publikum ein dramatisches Beispiel für persönliche Freiheit und Eigenständigkeit. Und Schwarzenegger selbst scheute auch nicht davor zurück, öffentlich klüger zu werden. Hatte er George Bush senior noch fast bedingungslos unterstützt, so ging er zu George W. bald deutlich auf Distanz. Dessen stupide Brachialpolitik widerte selbst einen ehemaligen Barbaren an.

    Öko-Paulus

    Es ist eine charmante Seite Arnold Schwarzeneggers, aus Erfahrung zu lernen und das ganz ohne Genierer. Bretterte er bis kurz vor seiner Gouverneurskarriere noch mit dem absurden Automodell Hummer durch die Gegend, so wandelte er sich alsbald zum Öko-Paulus, der selbst Besuche im burgenländischen Güssing nicht scheut, wenn er meint, dabei etwas lernen zu können.

    Aber er ist kein Konformist: Um das drakonische Rauchergesetz seines eigenen Bundesstaates auszuhebeln, residierte er häufig in einem Zeltbüro vor seinem Amtssitz in Sacramento, wo er mit Genuss kubanische und somit doppelt verpönte Zigarren paffte. Zur selben Zeit unterschrieb er Umweltverordnungen, die dem von den USA nicht ratifizierten Kyoto-Protokoll gleichkamen. Dazu kümmerte er sich verstärkt um sein Herzensprojekt, den Sport für behinderte Mitmenschen, die Paralympics.

    Die Politik entzaubert letztlich jeden: Auch Gouverneur Schwarzenegger musste Rückschläge hinnehmen, zum Ende seiner Amtszeit 2011 hatte die Krise auch Kalifornien im Würgegriff.

    I'll be back

    Zumal er erst jüngst ein außereheliches Kind eingestehen musste, woran seine Ehe zerbrach, mag die finale Zuschreibung ein wenig seltsam klingen: Arnold Schwarzenegger ist ein unglaublich treuer Mensch. Treu seiner Heimat Graz, die er bei jeder Gelegenheit preist, treu allen Menschen, denen er etwas zu verdanken glaubt. Sie können seinen legendären Kinospruch "I'll be back" wörtlich nehmen. Er kehrt stets zu ihnen zurück.

    FRIDO HÜTTER

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