"Dschungel-Gitti", eine würdige Königin
Weshalb es einzig und allein Brigitte Nielsen verdient hätte, von einem Millionenpublikum zur Dschungelkönigin gewählt zu werden.

Foto © Reuters
Welchen Charakter kann man von jemandem erwarten, der in den letzten Jahren bei so tiefsinnigen Realityformaten wie "Big Brother" (2003), "In der Beauty-Klinik (2008) oder "Let's Dance" (2010) teilgenommen hat? Vielen schwante Übles, als Brigitte Nielsen, die 48-jährige Dänin, vor zwei Wochen ins Dschungelcamp einzog. Da kommt wieder eine, abgehoben, zickig und bereit für Geld alles zu tun.
Die Skeptiker lagen etwas falsch, denn selten war eine Kandidatin in der Promiresteverwertungsshow sympathischer als Nielsen. Natürlich braucht die Dame Gage und Kameras wie einem Bissen Brot, allerdings hat die einstmals zweitklassige Mimin etwas, was den meisten anderen Campern fehlt: Reife und das Bewusstsein darüber, längst kein Star mehr zu sein.
Also kämpft sich die Blondine tapfer durch Trashformate und schafft es dabei, authentisch zu bleiben: Sie ist laut, ohne zu streiten, gut gelaunt ohne zu nerven, und sexy ohne sich unentwegt zu entkleiden. Ekel vor Kakerlaken und Maden ist Nielsen zwar nicht fremd, doch Prüfungen ertrug sie unhysterisch mit einem Hauch Würde.
Ihre Konkurrenten um die Krone des Dschungels versuchen hingegen mit viel Künstlichkeit zu punkten: Sei es in Sachen Oberweite (Schäfer) oder gespielter Zuneigung (Debkowski und Stark). Selbst wenn Nielsen am Samstag nicht zu Dschungelkönigin gekürt wird, so gewann sie doch viele Sympathiepunkte.


















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