Der Mythos vom Kennedy-Fluch
Am 16. Juli jährt sich der Todestag von John Fitzgerald Kennedy, Junior, Sohn des legendären John F. Kennedy, zum zehnten Mal. Wie er starben viele Mitglieder des Familien-Clans jung.

Foto © APJohn F. Kennedy, Junior
John F. Kennedy, Jr. war gerade unterwegs zur Hochzeit seiner Cousine Rory am Familiengut der Kennedys auf der Insel Martha´s Vinyard, als ihn der Tod ereilte. Er flog eine kleinmotorige Maschine, seine Frau Caroline Bessette und deren Schwester Lauren waren ebenfalls an Bord. Etwa zwei Kilometer vor dem Eiland geriet er offenbar in eine Schlechtwetterfront. Das Wrack wurde erst vier Tage später entdeckt - niemand überlebte den Absturz.
JFK Jr. führte damit eine traurige Familientradition fort, denn die Kennedys wurden in der Vergangenheit ungewöhnlich oft von Schicksalsschlägen heimgesucht. Der prominenteste Fall ist wohl die Ermordung seines Vaters, des 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten, in Dallas, Texas. Im Zuge einer Wahlkampfreise fährt Kennedy in einem offenen Wagen durch die Stadt und wird mit mehreren Gewehrschüssen niedergestreckt. Im Vorfeld hatte sich der Präsident für die Gleichberechtigung schwarzer Mitbürger stark gemacht. Unzählige Spekulationen und Verschwörungstheorien waren die Folge. Obwohl man der Öffentlichkeit wenige Tage später mit Lee Harvey Oswald einen Attentäter präsentierte, hielten sich Zweifel an der Version vom durchgedrehten Einzeltäter.
Personen öffentlichen Interesses
Bei der Beisetzung seines Vaters salutierte Klein-John am Sarg und rührte damit Millionen. Fortan war die Familie Kennedy der Öffentlichkeit noch stärker ausgesetzt. Der Druck und die Belagerung durch die Paparazzi prägten die Kennedys. Während Caroline Bouvier Kennedy, Schwester von John Jr., ein Buch über das Recht auf Privatsphäre schrieb, gab Mutter Jacqueline jenen Druck als Grund für ihre spätere Flucht in die Ehe mit Aristoteles Onassis an. Jackie O, wie sie seither auch genannt wird, starb mit 64 Jahren an Krebs. Von ihren vier Kindern lebt nur noch Caroline. Töchterchen Arabella war eine Totgeburt und Sohn Patrick starb zwei Tage nach seiner Geburt.
Joseph Patrick Kennedy, Jr. , der ältere Bruder von John F. Kennedy, stirbt bei einem Flugzeugabsturz über dem Ärmelkanal. Der Mann von Schwester Kathleen wird im zweiten Weltkrieg von einem Heckenschützen erschossen. Vier Jahre später stirbt sie selbst bei einem Flugzeugabsturz über Frankreich. 1968 wird Robert Francis Kennedy, einer von Johns jüngeren Brüdern, ermordet. Er wollte, wie JFK, Präsident werden und hatte gute Chance auf das Amt. Nach der gewonnenen Kandidaten-Wahl in Kalifornien wird Robert nach seiner Dankesrede in einem Hotel in Los Angeles von einem Palästinenser angeschossen und stirbt einen Tag darauf im Krankenhaus. 1984 stirbt David A. Kennedy, Sohn von Robert Francis Kennedy, der die Ermordung seines Vaters aus dem Fernseher erfuhr, an einer Überdosis Drogen. Sein Bruder Michael kommt 1997 bei einem Schiunfall ums Leben.
Edward Moore Kennedy, ein weiterer Bruder von JFK, verursacht 1969 einen Autounfall bei dem seine Beifahrerin ums Leben kommt. Seine Tochter Kara Ann Kennedy ist im Jahre 2003 an Lungenkrebs erkrankt. Der berühmte Familienclan ist also immer wieder Opfer von Tragödien geworden. Auch die unzureichende Aufklärung am Mord des Präsidenten Kennedy gibt Anlass zur Skepsis. Allerdings muss festgehalten werden, dass die meisten Unglücksfälle auf Leichtsinn, Pech oder Rache von politischen Gegnern zurückzuführen sind. Von einem Fluch zu sprechen wäre wohl - selbst für einen Journalisten - zuviel des Schlechten.
















