Gediegenheit statt Krise am 53. Wiener Opernball
Die neu konzipierte Eröffnung kam gut an und wurde mit tosendem Applaus bedacht - der Starrummel blieb allerdings aus. Eine wahre Schlacht gab es am Roten Teppich um Lugner-Stargast Sheridan. Politik plädierte für Optimismus in Krisenzeiten.

Foto © APAMit Spannung erwartete Eröffnung.
Aller gedämpften wirtschaftlichen Stimmung zum Trotz ist am Donnerstagabend der 53. Wiener Opernball gewohnt glamourös und gediegen über die Bühne gegangen. Allen im Vorfeld kolportierten Ankündigungen über Boykotte oder gar Sabotageakte zum Trotz lief die Eröffnung wie am Schnürchen. Zwischenfälle gab es weder in noch vor der Oper.
Entsetzen. Der Starrummel hielt sich allerdings heuer in Grenzen, einzig "Desperate Housewife" Nicollette Sheridan zog die Aufmerksamkeit der Medienvertreter auf sich und versuchte ob der Aufmerksamkeit hektisch das Weite zu suchen. Die US-Schauspielerin wurde bereits beim Aussteigen aus dem Auto von den heranstürmenden Fotografen geradezu erdrückt. Mit Entsetzen im Gesicht versuchte sie, abgeschirmt von Bodyguards ihren Weg in die Oper zu finden. "My dress, my dress!", stöhnte Sheridan in Angst um ihr beigefarbenes Designerkleid. Zum "Alles Walzer" saß sie dann entspannt in der Lugner-Loge und wippte beschwingt zu den Strauß'schen Klängen.
Neues Konzept.
Abwesend. Zahlreiche Wirtschaftsmagnaten zogen es heuer vor, dem prunkvollen Fest fernzubleiben, die Regierungsspitze brach der glanzvollen Veranstaltung dennoch eine Lanze: "Ich finde, der Ball ist ein Flaggschiff für Österreich", betonte Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP), der gut gelaunt mit seiner Ehefrau über den Roten Teppich schritt. Kanzler Werner Faymann (SPÖ) lobte die Tanzveranstaltung als "internationales Aushängeschild für Österreich". Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) mahnte: "Den Kopf nicht hängen lassen!" EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner outete sich als Sparefroh. Sie sei auf Einladung von Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) hier, werde auch nicht viel essen und habe nur 25 Euro eingesteckt.
Debütant Arturo. Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) wich Fragen nach der wirtschaftlichen Situation eher aus: "Für mich ist es grundsätzlich ein Dienstbesuch, als Verantwortliche für die Staatsoper." Aber Geld werde sie jedenfalls nicht zu viel ausgeben. Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) in pinkfarbener Robe und in Begleitung ihrer Tochter, sowie Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP), der seinen Frack als "angenehmes Kleidungsstück" lobte, gaben sich bei der traditionellen Tanzveranstaltung ebenfalls ein Stelldichein. Privater Natur war der Besuch von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, der Ehefrau Fiona Swarovski begleitete. Sie fieberte mit Sohn Arturo mit, der als Debütant an dem Ball teilnahm.
Für die rund 400 Polizisten gab es kurz vor der Eröffnung des Festes wenig zu tun. Laut Polizei waren keine Demonstranten unterwegs. Man erwartet rund um die Oper eine ruhige Ballnacht. Das Platzverbot wurde schon um 22:30 Uhr aufgehoben.




















