Temperament und perfekte Klangbalance
Starpianist "begleitet" den Schoenberg-Chor.

Foto © KMETITSCH Auf neuen Pfaden: Pierre-Laurent Aimard
GRAZ. In einer neuen, ungewohnten Rolle präsentierte sich Pierre-Laurent Aimard bei der "styriarte", zu deren wichtigsten Stammkünstlern er seit 2000 gehört. Im Stephaniensaal trat der französische Starpianist als "Begleiter" des Arnold-Schoenberg-Chors auf, mit dem er bei der "styriarte"-Aufführung von Beethovens Chorfantasie unter Nikolaus Harnoncourt im Sommer 2003 erste Bekanntschaft geschlossen hatte.
Ohne geringsten Anflug von solistischer Eitelkeit begnügte sich Aimard freilich nie mit der Rolle eines willfährigen Flügeladjutanten, sondern setzte ebenso starke gestalterische Impulse wie der den gesamten Abend auswendig dirigierende Chorleiter Erwin Ortner.
Unter dem - im 19. Jahrhundert keineswegs diskriminierenden - Titel "Zigeunerlieder" präsentierte der Schoenberg-Chor Gesänge von Antonin Dvo?ák, Franz Schubert (mit dem weich intonierenden lyrischen Tenor Jan Petryka als Solisten), Johannes Brahms und Béla Bartók, die zum Großteil als solistisch konzipierte Vokalquartette entstanden waren. Angesichts der leichten und schlanken Tongebung der 19 Damen und 18 Herren büßten sie in der chorischen Wiedergabe kaum etwas von ihrer Intimität ein. Der Arnold-Schoenberg-Chor vereinte dabei Temperament und Einfühlsamkeit, Homogenität und perfekte Balance - und bedankte sich für den Beifallssturm mit Franz Schuberts "Gebet" und Robert Schumanns "Zigeunerleben". ERNST NAREDI-RAINER
Im Radio: 11. Juli, 19.30 Uhr, Ö 1.







