Von zwei Musikgenies umschwärmt
Clara Wieck im Zentrum der 3. "styriarte-Soap".
GRAZ. Die Großaufnahmen der Schuhe von Thomas Höft und Mavie Hörbiger erregten gebührende Aufmerksamkeit. Ansonsten aber hielt sich die Bildregie bei der dritten "Soap" der "styriarte" dezent zurück und lenkte die Aufmerksamkeit des Publikums in der Helmut-List-Halle auf die Interpreten.
Diese bemühten sich, ohne in Voyeurismus zu verfallen, die Beziehungen zwischen Clara Wieck, ihrem Ehemann Robert Schumann und ihrem Verehrer Johannes Brahms auszuloten. Verbal durch Lesungen wichtiger Passagen aus dem Ehetagebuch sowie aus Briefen, vorgetragen von Mavie Hörbiger und ihrem Ehemann, dem auch rein rhetorisch brillanten Burg-Star Michael Maertens.
Musikalisch durch ein vom Lied über eine Cellosonate bis zum Klaviertrio reichendes Programm, bei dem der ebenso flexible wie souveräne Pianist Alexander Schimpf die Hauptlast zu tragen hatte. Martina Jankovás klarer Sopran und der weiche lyrische Bariton Thomas E. Bauers zeichneten dabei ein Bild gleichwertiger Kreativität. Bei den Klaviertrios von Clara Wieck-Schumann (op. 17) und Johannes Brahms (op. 101) zeigten Schimpf, die routinierte Geigerin Eszter Haffner und der brillante Cellist Julian Steckel jedoch, dass die gefeierte Pianistin auch als Komponistin zu sehr vom Klavier aus gedacht hat. ERNST NAREDI-RAINER
Im Radio: 6. Juli, 19.30 Uhr, Ö 1.







