Komik der Kaffeesucht
Thomas Höft inszenierte die "Kaffeekantate" von Bach für die zweite "Soap" der "styriarte".

Foto © KMETITSCHSpielfreudige Sänger: Schöder, Johannsen, Hausmann
GRAZ. Das zweite "styriarte"-Konzert im neuen "Soap"-Format lud in der Helmut-List-Halle zu Johann Sebastian Bach nach Hause ein. Gabriele Schuchters anrührende Lesungen aus der "Chronik der Anna Magdalena Bach" - Bachs zweiter Frau - waren der rote Faden.
Meist schien die Musik, die "Il Concerto Viennese" unter der Leitung des Cellisten Rudolf Leopold illustrierend beisteuerte, am zarten Traversflötenton von Sylvie Lacroix Maß zu nehmen. Die h-Moll-Orchestersuite und das fünfte Brandenburgische Konzert gerieten zu fast ins Zögerliche zurückgenommenen Ohrenspitzern. Die Flöte "sprach" umso beredter, als es dem glänzenden Tenor Daniel Johannsen in der Arie "Wo wird in diesem Jammertale" (aus BWV 114) textgemäß die Sprache verschlagen musste.
Bachs "Kaffeekantate" inszenierte Thomas Höft hinreißend komisch: Die Einspringerin Marie Friederike Schöder (Lieschen) bezauberte mit immer dichter werdenden Koloraturen, die sie mit diversen Flirts begleitete. Bratschist Federico Bresciani bekam auch ein Küsschen, dessen Lippenstift-Spuren von da an seine Wange zierten. Nie verlor sie den Campingbecher mit Kaffee ganz aus den Augen, auf dem "Tussy on tour" prangte. Mathias Hausmann, ebenfalls eingesprungen, erheiterte als ihr verzweifelter Vater durch immer verbohrter werdende Pedanterieschübe. HERBERT SCHRANZ







