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    Zuletzt aktualisiert: 03.04.2010 um 23:56 UhrKommentare

    Drei Kaiser lauschten dem Bauernsohn

    Zu seinem 350. Geburtstag erlebt der steirische Komponist Johann Joseph Fux eine längst überfällige Renaissance. Er zählt zu den bedeutendsten europäischen Meistern des Barock.

    Foto © KK

    Sein Geburtsdatum ist unbekannt. Dass er 1660 in Hirtenfeld bei St. Marein am Pickelbach in der heutigen Gemeinde Langegg als Bauernsohn zur Welt kam, gilt aber mittlerweile als gesichert. Die Musikwelt feiert daher heuer den 350. Geburtstag des steirischen Barockkomponisten Johann Joseph Fux, der als Wiener Hofkapellmeister eines der wichtigsten musikalischen Ämter seiner Zeit bekleidete. Sein Einfluss auf das Musikleben, vor allem auf den Musikunterricht, hält bis heute an: Sein "Gradus ad Parnassum", 1725 erstmals veröffentlicht, hat als Kontrapunktlehrbuch bis heute nichts von seiner Gültigkeit verloren.

    Im heutigen Repertoire jedoch kann man Fux zu selten begegnen. Ein Missstand, dem die Aktivitäten zu seinem 350. Geburtstag endlich Abhilfe schaffen sollten. Wurde auch die Grazer Oper nach dem Umbau 1985 mit "Angelica vincitrice di Alcina" von Fux wiedereröffnet, so musste man doch bis zum Jubiläumsjahr warten, um dem Opernkomponisten Fux, der nicht weniger als 21 Bühnenwerke geschrieben hat, wieder begegnen zu können: Die Grazer Musikuniversität zeigt "Dafne in Lauro", bei der "styriarte" leitet Jordi Savall eine Produktion von "Orfeo ed Euridice".

    Höchstes Ansehen

    Der oststeirische Bauernsohn hatte es nicht nur als Komponist zu höchstem Ansehen gebracht, er trug auch die Verantwortung für die größte Hofkapelle Europas. Für diese organisatorische Herausforderung war er gerüstet. Er studierte ab 1680 an der Grazer Universität und wurde 1683 als Student der Rechte an der Jesuitenuniversität Ingolstadt immatrikuliert, wo er dann auch als Organist tätig war. Danach verliert sich seine Spur, bis er 1696 in Wien die Beamtentochter Juliane Schnitzenbaum heiratet.

    Der Organist des Wiener Schottenklosters macht rasch Karriere. Gegen den Widerstand der italienischen Fraktion ernennt ihn Kaiser Leopold I. 1698 zum Hofkomponisten. Als solcher diente er auch Joseph I. 1711 wird er Vizehofkapellmeister und 1715 kürt ihn Kaiser Karl VI. zum Hofkapellmeister. Als erster Österreicher nahm er 36 Jahre lang die höchste und einflussreichste Position ein, die es damals für einen Musiker gab.

    Gicht

    Fux litt ab 1713 an Podagra, weshalb Kaiser Karl VI. den Gichtkranken 1723 in einer Sänfte zur Krönung nach Prag tragen ließ.

    War Fux auch ein Meister des Kontrapunkts und der Polyfonie, so verdankt er seine Bedeutung als wichtigster österreichischer Barockkomponist doch auch seiner farbigen, oft kühnen Harmonik, seiner melodischen Verwurzelung und seiner Kenntnis der italienischen und französischen Musik, die er zur persönlichen Synthese verschmolz, womit er zum Wegbereiter der Wiener Klassik wurde.

    Um sein künstlerisches Erbe bemüht sich die 1955 in Graz gegründete Internationale Johann-Joseph-Fux-Gesellschaft. Ebenfalls in Graz erscheint seit 1959 bei der ADEVA die Fux-Gesamtausgabe, deren Vollendung noch lange nicht abzusehen ist, gilt es doch, über 500 Kompositionen für alle Gattungen der Barockmusik zu edieren.

    Dass diese Werke langweilig seien, behauptet ein gerne kolportiertes Vorurteil. Wenn Interpreten vom Rang eines Nikolaus Harnoncourt und seines Concentus musicus oder des Freiburger Barockorchesters unter Gottfried von der Goltz am Werk sind, fällt der Gegenbeweis glänzend aus. Wohl aber trifft auf Fux zu, was auch für Joseph Haydn gilt: Mittelmäßige Wiedergaben lassen die Genialität kaum erkennen.

    ERNST NAREDI-RAINER

    Zur Person

    Johann Joseph Fux, geboren 1660 in Hirtenfeld bei St. Marein.

    1695: Organist des Wiener Schottenklosters.

    1696: Heirat mit Juliane Schnitzenbaum.

    1698: Hofkomponist in Wien.

    1711: Vizehofkapellmeister.

    1715: Hofkapellmeister in Wien.

    13. 2. 1741: Tod in Wien.

    Heuer erklingen zwei Opern

    9. April, 19 Uhr, Pfarrkirche Nestelbach: "Johann Joseph Fux - im Konzert der Nationen" unter Lorenz Duftschmid.

    29. und 31. Mai, 2., 4. und 6. Juni, 19 Uhr, Mumuth, Graz: Oper "Dafne in Lauro". Regie: Barbara Beyer, Dirigent: Frank Cramer.

    13. Juni, 19 Uhr, Stift Rein: "Te Deum" und "Kaiserrequiem" unter Franz M. Herzog.

    9. Juli, 18 Uhr, Grazer Altstadt: Ein Fest für Fux.

    22. und 24. Juli, 20 Uhr, List-Halle, Graz: Oper "Orfeo ed Euridice" unter Jordi Savall.

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