Schwerelose Trauerklagen bei der styriarte
Eine beziehungsreiche Folge frankoflämischer Totenmusiken brachte das paneuropäische, in Wien beheimatete Vokalensemble Cinquecento mit dem steirischen Bass Ulfried Staber in die Mariahilferkirche.

Foto © www.ensemblecinquecento.com
Im Zentrum seines höchst beeindruckenden "styriarte"-Konzerts stand das Requiem in memoriam Josquin Desprez (nach 1521) von Jean Richafort. Aus der klangsatten lateinischen Sechsstimmigkeit ragt mehrfach ein französisch klagendes Josquin-Zitat aus dessen ebenfalls vorgestelltem Chanson "Faulte d'argent" ("Ohne Geld") hervor. Ein doppeldeutiger Seitenhieb auf den Ablasshandel?
In vierstimmig transparentem Klanggewand verwies Johannes Ockeghem in seiner Totenklage (nach 1460) kontrastvoll auf Gilles Binchois. Die im Gegensatz zu "Faulte d'argent" zügig gesungene Totenklage Josquins (1497) für seinen Lehrer Ockeghem rief durch einprägsam fallende Linien Bilder tränenüberströmter Gesichter hervor.
CD-Tipp: Cinquecento: "Missa Ego flos campi" von Jacobus Vaet. hyperion.







