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    Zuletzt aktualisiert: 12.07.2009 um 21:45 UhrKommentare

    Prachtvolle, fesselnde Klangrede

    Nikolaus Harnoncourt feiert den Jahresregenten Händel mit vier Konzerten bei der "styriarte".

    Nikolaus Harnoncourt

    Foto © APNikolaus Harnoncourt

    Gleich zwei Premieren bescherten die beiden Sakralkonzerte der "styriarte" in der Pfarrkirche Stainz: Erstmals dirigierte Nikolaus Harnoncourt die Motette "Dixit Dominus" und das "Dettinger Te Deum" von Georg Friedrich Händel, an dessen 250. Todestag er noch mit zwei Aufführungen des Oratoriums "Jephtha" erinnern wird.

    Im "Dixit Dominus", dem Geniestreich des 22-jährigen Jünglings, der sich gerade den italienischen Stil aneignet, aber auch kontrapunktische Meisterschaft beweist und mit einer gregorianischen Melodie als Cantus firmus im Anfangs- und Schlusschor den acht Sätzen formale Geschlossenheit verleiht, unterstrich Harnoncourt die Überschwänglichkeit des Werks, aber auch die drastische Schilderung von Gottes Zorn. Dass Händel in dieser Vertonung des 109. Psalms für fünf Solostimmen, fünfstimmigen Chor und fünfstimmiges Streicherensemble das Vokalkollektiv wie Instrumente behandelt und in extreme Lagen treibt, kann den Arnold Schoenberg-Chor nicht erschüttern: Er bietet Händels Chorpolyphonie in beispielhafter Deutlichkeit dar. Im Solistenquintett fallen den wunderbar harmonierenden Sopranstimmen von Emma Bell und Bibiana Nwobilo sowie dem beweglichen Mezzo von Elisabeth von Magnus die dankbarsten Aufgaben zu.

    Ausdruckskraft

    Der farbig, schlank und differenziert musizierende Concentus musicus kann, um brillante Bläser verstärkt, sein enormes Ausdruckspotenzial vor allem beim "Dettinger Te Deum" ausspielen. 1743 nach einer Schlacht im österreichischen Erbfolgekrieg komponiert, huldigt es nicht nur barocker Prachtentfaltung.

    Harnoncourt unterstreicht, wie Händel achtzig Mal das Motiv "continually do cry" verwendet, um die Ewigkeit auszudrücken, oder wie er mit scharfen Dissonanzen den Tod ausmalt. Wirkungsvoll lotet er den Kontrast zwischen martialischem Triumph und Demut und Dankbarkeit aus. Setzte Händel selbst mit John Abbot und Bernard Gates zwei Basssolisten ein, so begnügt sich Harnoncourt mit dem weichen lyrischen Bariton von Timothy Sharp, zu dem sich Elisabeth von Magnus und der Tenor Kenneth Tarver mit kleineren Aufgaben gesellen.

    ERNST NAREDI-RAINER

    Info

    Jephtha" von Georg Friedrich Händel unter Nikolaus Harnoncourt: 18. und 19. Juli, 19 Uhr, Stephaniensaal, Graz. Karten: Tel. (0 31 6) 825 000

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