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Zuletzt aktualisiert: 30.06.2009 um 13:51 UhrKommentare

Jonathan Lemalu: "Ich liebe naive Charaktere"

Jonathan Lemalu singt bei der "styriarte" unter Nikolaus Harnoncourt den Porgy in Gershwins Oper "Porgy and Bess".

Foto © APA

Bei Ihrem Grazer Musikvereins-Liederabend im März des Vorjahres und als Papageno in Mozarts "Zauberflöte" im Herbst im Theater an der Wien haben Sie auch mit Ihrem akzentfreien Deutsch beeindruckt. Wo haben Sie Deutsch gelernt?
JONATHAN LEMALU: Ich kann nur ein paar Brocken Deutsch. Papagenos Dialoge habe ich mit einem Coach erarbeitet und bei den Liedtexten helfen mir die Pianisten Roger Vignoles, Malcolm Martineau oder Graham Johnson.
Ihre Familie stammt aus Samoa, Sie kamen aber in Neuseeland zur Welt. Was ist Ihre Muttersprache?
LEMALU: Englisch. Samoanisch verstehe ich zwar, spreche ich aber nicht besonders gut.

In welchen Sprachen singen Sie?
LEMALU: Englisch, Italienisch, Französisch, Deutsch und Russisch. Im November habe ich erstmals "Herzog Blaubarts Burg" von Béla Bartók auf Ungarisch gesungen. Mir ist es sehr wichtig, jede Sprache möglichst korrekt auszusprechen.

Ist der Porgy in Gershwins "Porgy and Bess" neu für Sie?
LEMALU: Ja. In Graz habe ich das Glück, dass sich im Ensemble einige der erfahrensten Interpreten ihrer Rollen befinden, von denen ich viel lernen kann.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Nikolaus Harnoncourt?
LEMALU: Da ihn jeder in der Musikwelt kennt und ich viele seiner Aufnahmen besitze, war ich sehr stolz, als ich eingeladen wurde, unter seiner Leitung in Joseph Haydns Oper "Orlando Paladino" im November 2007 im Theater an der Wien aufzutreten. Den Rodomonte in "Orlando Paladino" durfte ich heuer im März auch bei den Aufführungen mit den Berliner Philharmonikern unter Harnoncourt singen.

Was zeichnet Nikolaus Harnoncourts Arbeitsweise aus?
LEMALU: Seine Leidenschaft, alles herauszufinden und weiterzugeben. Seine präzise Vorbereitung, das enorme Wissen um alle Fakten, mit dem er selbst die routiniertesten Ensemblemitglieder überraschen kann. Er weiß exakt, was er will. Er diktiert aber nicht, sondern erklärt alles ganz genau – das ist sehr hilfreich. Er hat mehr Energie als alle anderen.

Unter Harnoncourt singen Sie außerdem in den Aufführungen von Händels "Jephtha" am 18. und 19. Juli den Zebul.
LEMALU: Da bin ich auf bekanntem Terrain. Ich kenne natürlich die Aufnahme von Harnoncourt und habe die Rolle schon unter Charles Mackerras gesungen.

Werden Sie weiterhin zwischen Bariton- und Bassrollen pendeln?
LEMALU: Meine Stimme neigt sich immer mehr dem Bass zu.

Haben Sie eine Traumrolle?
LEMALU: Ich bin jung genug, um zu warten, was auf mich zukommt. Bei jungen, naiven, leidenschaftlichen Charakteren wie Figaro oder Leporello fühle ich mich besonders wohl. Neu ins Repertoire kommen jetzt der Rocco in Beethovens "Fidelio" und Giuseppe Verdis Requiem.


Fotos

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Von 22. Juni bis 22. Juli 2012 fanden die steirischen Festspiele styriarte unter dem Motto "FamilienMenschen" statt.



CD-Tipps von Kultur-Redakteur Ernst Naredi-Rainer

Ernst Naredi-Rainer | Foto: Kleine Zeitung
 

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