"Was einen nicht umbringt, macht einen härter"
"Woki mit deim Popo" schaffte es nicht ins Finale des Song Contest 2012. Am Donnerstag folgt das 2. Halbfinale, bei dem weitere 18 Länder um eines der zehn Finaltickets kämpfen werden.

Foto © APATrackshittaz: gescheitert im Halbfinale
Österreich ist im ersten Halbfinale des Song Contest 2012 ausgeschieden. "Woki mit deim Popo" der Mühlviertler Trackshittaz konnte gestern, Dienstag, Abend in Baku nicht die notwendigen Punkte von Jury und Publikum ergattern, um ins Finale am Samstag (26.) einzuziehen. "Was einen nicht umbringt, macht einen härter", kommentierten die Mundartrapper im Anschluss - neben dem Ausscheiden musste Manuel Hoffelner auch eine Knieverletzung während der Show verschmerzen.
Freuen dürfen sich hingegen Rumänien, Moldawien, Island, Ungarn, Dänemark, Albanien, Zypern, Griechenland, Russland und Irland. Neben Österreich müssen auch Belgien, Finnland, Israel, Lettland, Montenegro, San Marino und die Schweiz die Heimreise antreten. Für das Ergebnis zeichneten zu 50 Prozent die Anrufer und SMS-Schreiber des Abends verantwortlich, zu 50 Prozent das Votum einer Fachjury.
Deutlich geknickt reagierten die österreichischen Mundartrapper nach ihrem Ausscheiden. "Bei uns ist es immer bergauf gegangen, und jetzt haben wir halt auch mal einen Niederschlag erlebt," meinte Lukas Plöchl. Für Österreich ist die Niederlage beim Song Contest dagegen weniger selten. Bei nur einem Sieg (1966, Udo Jürgens) und vier letzten Plätzen seit 1956, war den heimischen Vertretern auch in den jüngsten Jahren keine Sternstunde gewährt: Seit 2005 nahm Österreich viermal teil, dreimal schied man bereits im Semifinale aus. Im Vorjahr erzielte Nadine Beiler den 18. Platz.
Der eigens nach Baku gereiste ORF-Unterhaltungschef Edgar Böhm sprach sich trotz der Enttäuschung über das frühe Ausscheiden dennoch für ein weiteres Mitmachen Österreichs bei dem Musikevent aus. "Der Song Contest in den letzten zwei Jahren wieder zu einem Thema geworden in Österreich. Wir werden da schon dranbleiben." Mit durchschnittlich 676.000 Zuseherinnen bei den Präsentationen und 770.000 bei der Entscheidung erreichte der ORF einen Marktanteil von 43 Prozent.
Insgesamt gestaltete sich das größte Musikevent der Welt in seiner 57. Ausgabe visuell beeindruckend. 17.000 Song-Contest-Fans hatten sich dank der Zeitverschiebung von drei Stunden zu Mitteleuropa um Mitternacht (Ortszeit) in der neuerrichteten "Crystal Hall" in der Bucht von Baku versammelt, deren Fassade jeweils in den Farben der auftretenden Länder erstrahlte. Moderiert wurde die farbenfrohe Übertragung charmant aber weitgehend gagfrei von einem Trio bestehend aus der einen Hälfte des Vorjahresgewinners, dem Sänger Eldar Gasimov, sowie seinen eleganten Begleiterinnen Nargiz Berk-Petersen und Leyla Aliyeva.
Abwechslungsreicher gestalteten sich da die musikalischen Beiträge. Wie schon in Düsseldorf setzten sich die irischen Zwillinge von Jedward bei ihrer zweiten Contest-Teilnahme mit Akrobatik gegen die Konkurrenz durch, für ihren Song "Waterline" diesmal allerdings mit Fontäne auf der Bühne. Von der Dynamik her aus der entgegengesetzten Richtung kam die russisch-udmurtische Popomatruppe Buranovskiye Babushki, die sich mit Knuddelgesichtern und Discorhythmen unter dem Titel "Party for Everybody" zu einem Favoriten mausert. Mit einer kubanisch-balkanischen Mischung schafften es Rumänien mit der Gruppe Mandiga und deren Darbietung von "Zaleilah" ins Finale.
Island war mit aufwendiger Show und dramatischem Mann-Frau-Duo mit der Nummer "Never Forget" erfolgreich, Griechenland setzte wieder auf landestypische Bouzoukiklänge, wobei der Nummer "Aphrodisiac" von Eleftheria Eleftheriou auch Ballermannqualitäten zuzugestehen sind, was für den Finaleinzug reichte. Gleiches gilt für Zyperns fußballhymnentauglicher Nummer "La La Love" von Ivi Adamou. Der Stimmungskiller aus Albanien, Rona Nishliu mit ihrer Leidenshymne "Suus", gewann mit beeindruckender Stimme die Herzen, Dänemark schafft es mit der eingängigen Nummer "Should've known better" von Soluna Samay ins Finale. Für Ungarn überzeugten die Männer der Gruppe Compact Disco mit "Sound Of Our Hearts", während Moldawiens Gypsyklänge "Lautar", gesungen von Pasha Parfeny, für den Aufstieg reichten.
Am Donnerstag folgt das 2. Halbfinale, bei dem weitere 18 Länder um eines von 10 Finaltickets kämpfen müssen. Fixstarter sind hingegen die fünf großen Nationen Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien sowie Gastgeberland Aserbaidschan. Das Finale findet am Samstag (26. Mai) statt.
Übertragen wird das 2. Halbfinale ebenso wie das Finale live aus Baku auf ORF eins. Dabei ist zum Finale ein Comeback zu feiern, wenn sich zu Kommentator Andi Knoll auf Kanal 1 auf dem zweiten Kanal das erste Mal seit zehn Jahren wieder die beiden Kabarettisten Stermann und Grissemann hinzugesellen. Hingegen wie im Vorjahr wird erneut Kati Bellowitsch für den klassischen Satz "And here are the results of the Austrian vote" im Anschluss an die Präsentation der Finallieder verantwortlich sein.












