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    Zuletzt aktualisiert: 10.05.2012 um 12:08 UhrKommentare

    Durchwachsene Prognosen für "Woki mit deim Popo"

    "Vielen Leuten gefällt das österreichische Lied nicht - ihr werdet nicht gewinnen", ist sich der Koordinator der "Sing-for-Democracy"-Kampagne sicher. Der größte Song-Contest-Fanatiker Österreichs hält hingegen einen Finaleinzug für möglich.

    Foto © APA/ORF

    Aktivisten in Aserbaidschan erheben ihre Stimme. Die Kampagne "Sing for Democracy" möchte am 18. Mai, wenige Tage vor dem ESC-Finale am 26. Mai, ebenfalls ein Musikfestival in Baku veranstalten. Noch gibt es keine Genehmigung, dass die Lieder zu Menschenrechten und Demokratie dort erklingen können. Wenig Gutes können sie dem österreichische Musikbeitrag zum ESC abgewinnen.

    Bei ihrem Kampf um Grundrechte stößt der österreichische Titel, bei dem wackelnde Hinterteile besungen werden, auf Unverständnis: "Vielen Leuten gefällt er nicht. Ich weiß nicht, wie sie bei der Aufführung reagieren werden", schließt der Koordinator der "Sing-for-Democracy"-Kampagne, Rasul Jafarov (Jafarow/Dschafarow), im Gespräch mit der APA nicht aus, dass einige Publikumsgäste die Halle aus Protest gegen den - für Kritiker frauenverachtenden - Liedinhalt verlassen könnten. Jafarov ist sich daher eines jetzt schon sicher: "Ihr werdet nicht gewinnen".

    Anders sieht das Sascha Mutavdzic - er darf wohl ohne Zweifel als einer der größten Song-Contest-Fanatiker Österreichs bezeichnet werden. Der 42-Jährige betreut eine 2004 gegründete Fanseite und gilt als wandelndes Lexikon des Sangeswettbewerbs. Anlässlich der Verabschiedung der Österreich-Vertreter Trackshittaz gen Baku sprach die APA mit dem Experten über die Chancen für die Alpenrepublik, die Zahl der mitfliegenden Fans und seine Favoriten für Platz 1.

    Im Interview verrät er seine Einschätzungen:

    Sie als Fanvertreter haben ja wahrscheinlich den besten Überblick: Wie viele Hardcore-Song-Contest-Fanatiker gibt es in Österreich?

    Sascha Mutavdzic: Ich kenne zwar einige, aber es gibt sicherlich noch deutlich mehr. Es ist heutzutage leichter, sich als schwul zu outen, denn als Song-Contest-Fan.

    Wie viele Fans werden die Trackshittaz nach Baku begleiten?

    Mutavdzic: Ich weiß mit Sicherheit vier. In Summe werden es wenige sein, weil es einfach sehr teuer ist.

    Wie stehen die Chancen für einen österreichischen Finaleinzug?

    Mutavdzic: Grundsätzlich ist es möglich. Das erste Halbfinale, in dem wir teilnehmen, ist nicht so stark von den Konkurrenzliedern. Außerdem sind alle fünf Balkanländer, die sich gegenseitig die Punkte zuschieben, im zweiten Halbfinale. Im Vorjahr sind wir bei der Jurywertung mit Nadine sehr gut ausgestiegen, beim Televoting hingegen waren wir Vorletzter. Das könnte bei den Trackshittaz umgekehrt sein, weil die Leute sagen: Das ist ein unkomplizierter Song, bei dem ich keine Kopfschmerzen bekomme. Letztlich wird alles von der Performance abhängen, aber für österreichische Beiträge ist es immer schwierig, weil wir keine Diaspora haben, die für uns anruft.

    Und noch der Blick aufs Finale. Wer sind hier die Favoriten?

    Mutavdzic: Ich sehe Schweden, Russland, Serbien und Frankreich vorne. Frankreich wird sehr unterschätzt mit einem genial produzierten Song. Und über Engelbert werden sich die Omis freuen. Er singt für Großbritannien ein nettes Lied, das nicht wehtut. Die Grundfrage ist aber immer, wie die Lieder live rübergebracht werden. Ohne den speziellen Kick kann auch der beste Song hinten landen.


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