Wer bekommt das Ticket für Baku?
In einer Woche wird der Nachfolger von Nadine Beiler gekürt: Erstmals könnte eine Rap-Nummer Österreich vor rund 130 Millionen Zuschauern vertreten. Oder eine bärtige Kunstfigur.

Foto © ORF/Badzic
Rund ein Dutzend Länder von heuer 43 teilnehmenden Nationen hat bereits seine Song-Contest-Vertreter gewählt, eine Tendenz für 2012 lässt sich nicht ausmachen: Vom elektronischen, orientalischen Pop über gefälligen Rock bis zum dramatischen Duett ist alles dabei. Österreich wählt heute in einer Woche seine(n) Vertreter(in) - per Telefon bzw. SMS.
"Denkt das Publikum diesmal nicht konservativ und traut sich etwas, sollten wir oder Conchita das Rennen machen", sagt Lukas Plöchl von den Trackshittaz. Das Mundart-Rapduo belegte im Vorjahr hinter Nadine Beiler Platz zwei mit "Oida taunz!". Im zweiten Anlauf soll es mit "Woki mit deim Popo" klappen: "Die Nummer ist choreografisch nicht schwer umzusetzen", schmunzelt Plöchl, "auch wer den Text nicht versteht, wird mitbekommen, worum es geht." Nachsatz: "Noch mehr Offenheit beim Publikum als wir bräuchte freilich Conchita!"
Die Bartfrau würde es "wundervoll finden, zeigen zu können, dass unser schönes Land viel schillernder, vielfältiger und toleranter ist, als es vielen in ganz Europa bewusst ist". Zum Titel "That's What I Am", an dem Conchita Wurst mitgeschrieben hat, sagt die Kunstfigur: "Wichtig war mir beim Text, die Botschaft der Toleranz hinauszutragen. Man soll den Mut haben, so zu sein, wie man sich fühlt."
Casting-Band
Als größte Konkurrenten für seine im Rahmen der ORF-Dokusoap "Blockstars" gecastete Band 3Punkt5 nennt auch Sido keine anderen Namen als Trackshittaz und Conchita. Im Gespräch mit der Kleinen Zeitung outet er sich gar als Fan der Veranstaltung: "Ich habe so gut wie jeden Song Contest in den letzten Jahren gesehen! Jetzt ist er auch für junge Leute wieder interessant geworden."
Für sein Herz "wäre es ein Superding, würde in Baku gerappt werden" - wie eben im 3Punkt5-Titel "Augenblick". Die Botschaft: "Man muss sich um sein Leben kümmern und jeden Moment nutzen", erklärt Sido, der glaubt, "dass wir mit unserem Projekt für den Hip-Hop in Österreich eine Tür geöffnet haben".











