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Oma-Mania in Aserbaidschan "Irgendwie fühlen wir uns geehrt" Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Song Contest Nächster Artikel Oma-Mania in Aserbaidschan "Irgendwie fühlen wir uns geehrt"
Zuletzt aktualisiert: 10.01.2012 um 14:42 UhrKommentare

Song Contest: Wer holt für uns den Titel?

Von James Cottrial bis Papermoon und von Conchita Wurst bis zu den Trackshittaz - die Interessenten, um Österreich beim heurigen Song Contest in Baku zu vertreten, könnten bunter nicht sein - doch reicht das auch für den ganz großen Wurf?

Unternehmen einen zweiten Versuch: die Trackshittaz

Foto © ORF/Milenko BadzicUnternehmen einen zweiten Versuch: die Trackshittaz

Vaterklagen, Blues, Genderhymnen und Popowackeln: Ein breites Teilnehmerfeld wird sich am 24. Februar dem österreichischen Vorentscheid zum Song Contest 2012 in Aserbaidschans Hauptstadt Baku stellen. Am Montagabend haben sich erstmals alle zehn Formationen und Solisten im Wiener Volksgarten der Öffentlichkeit mit ihren Liedern präsentiert. Fest steht: Die Fernsehzuschauer bekommen in der ORF-Eins-Show "Österreich rockt den Song Contest" eine enorme musikalische Bandbreite geboten. Mit einer Mischung aus Gypsy-Musik und flottem Jazz versuchen !DelaDap - eine Formation um den in Prag geborenen und in Wien lebenden Produzenten Stani Vana - unter dem Titel "Crazy Swing" zu punkten. "Schlechte Werbung ist besser als keine Werbung", zeigte sich Sängerin Melinda Stoika gegenüber der Austria Presse Agentur optimistisch ob der Teilnahme beim Song-Contest-Vorentscheid.

James Cottriall setzt mit "Stand up" hingegen auf klassischen Wir-machen-die-Welt-besser-Pop im Stil des Song Contests. Von der musikalisch anderen Seite kommen hingegen die jungen, sympathischen Welser Hardrocker Krautschädl, die mit "Einsturzgefohr" und Dialektrock Europa begeistern wollen. "Es wird Zeit, dass unsere Musik jetzt auch mal die Leute erreicht", zeigte sich Bassist Sonnti im Interview erfreut über die erwartete Aufmerksamkeit. Erst mit einer Wildcard auf Platz 10 des Feldes gerutscht war die Wiener Soul-Formation Mary Broadcast Band, die sich mit "How can you ask me!" mit einer langsamen, melancholischen Ballade präsentierte - passend zur Stimmung, musste man doch aufgrund der Contest-Begrenzung das siebente Bandmitglied außen vor lassen.

Zwischen Musik-Promis und Neuzugängen

Gleichsam die Senioren im Feld sind die Folk-Pop-Veteranen Papermoon mit der dreisprachigen Klage über den fernen Papa, "Vater, Father, Mon Pere". "Es ist für mich ein Abenteuer, aber der Song Contest war nie ein Traum von mir", zeigte sich Sängerin Edina Thalhammer offenherzig. Auf sein musikalisches Alleinstellungsmerkmal setzt Norbert Schneider, der mit "Medicate my Blues away" als eleganter Dandy mit klassischem Blues auftritt. "Mit mir würde Österreich den besten Gitarristen hinschicken, der je beim Song Contest war", gab sich der Musiker selbstbewusst.

Sich selbst treu bleiben die Trackshittaz. Die ewigen Zweiten, die bereits bei "Helden von Morgen" und der vorjährigen Ausscheidung Platz 2 belegten, wollen diesmal das Ticket nach Baku ergattern. "Wir sind Stehaufmandln", so das Motto der beiden im APA-Interview. Und ähnlich wie bei ihrem Hit "Oida, taunz!" aus dem Vorjahr ist "Woki mit deim Popo" von textreduzierter Pubertätslyrik ("Dein Popo hat Gefühle") zu harten Dancefloorklängen geprägt.

Damenwahl mit Valerie und Conchita

Mit anspruchsvoller Retroästhetik versucht hingegen Valerie mit "Comme ca" auf Englisch und Französisch Österreich für sich einzunehmen und klingt dabei mit ihrer neckischen Stimme ein wenig wie Nancy Sinatra mit französischem Einschlag. Einnehmen für sich möchte schließlich auch Kunstfigur Conchita Wurst. Die bärtige Dame legt mit "That's what I am" eine härtere Ballade im Stile des titelverwandten Gloria-Gaynor-Klassikers "I am what I am" vor. Schließlich habe in ihrem Geburtsjahr 1988 ihr Idol Celine Dion für die Schweiz den Contest gewonnen - ein Omen, unterstrich Wurst im Vorfeld.

Die einzige Gruppe des Kandidatenfeldes, die ihr Lied am Montagabend noch nicht vorstellte, waren die Blockstars von TV-Rapper Sido. Der Grund: Die endgültigen Bandmitglieder der Sozial-Casting-Show stehen derzeit noch nicht fest. Die Gruppenzusammensetzung samt Lied wird erst am 2. Februar präsentiert.

Allgemein wurde der Wahlmodus für das Teilnehmerfeld im Vergleich zum Vorjahr wesentlich verändert. Damals hatten 30 Kandidaten einerseits SMS-Voten benötigt, um einen der zehn Startplätze für die Ausscheidungshow zu ergattern. Zur anderen Hälfte war der Entscheid einer Ö3-Jury für den Einzug in die Finalshow verantwortlich. Heuer wurden die zehn Kandidaten bereits im Vorfeld von der Jury des Radiosenders benannt. Neun Teilnehmer standen bereits seit Dezember fest, die Mary Broadcast Band setzte sich gegen hundert Konkurrenten bei der Wildcard-Entscheidung durch. Bei der Finalshow im Februar entscheiden dann die Zuschauer.

Baustellen in Baku

In weiten Zügen noch offen sind hingegen die Details der großen Show in Baku. Weder sind die Moderatoren der Veranstaltung bekannt, noch der genaue Austragungsort. Überdies ist derzeit unklar, wie die beiden Halbfinale zusammengesetzt sind, welche die meisten Länder - so auch Österreich - überstehen müssen, zumal in den meisten Ländern noch die Vorentscheidungen laufen, die zum Teil erst im März abgeschlossen sind. Klar ist, dass das erste Halbfinale am 22. Mai, das zweite am 24. und das Finale am 26. Mai über die Bühne gehen werden.


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