Beruflich ein Profi, privat ein Chaot
Neue Rolle für Harald Krassnitzer: In "Paul Kemp - Alles kein Problem" spielt er einen leicht überkandidelten Mediator. Und begegnet dabei etwa Armin Assinger, wie unser Setbesuch zeigt.

Foto © ORFFlottes Duo: Harald Krassnitzer hat hier Armin Assinger am Sozius
Er ist ein bewährter Serienheld: "Bergdoktor", "Winzerkönig", Oberstleutnant Eisner im österreichischen "Tatort". Jetzt kommt für Harald Krassnitzer ein neuer Job dazu. Als Mediator Paul Kemp findet er Lösungen für auch noch so schwierige Streitfälle - zu sehen in ORF und ARD in 13 Folgen ab 2013.
Am Beginn jeder Folge verpassten die Autoren Uli Brée und Klaus Pieber ihrer Hauptfigur einen Albtraum. So fand auch Armin Assinger seinen Weg in die Serie: Im Traum ist Kemp Kandidat der "Millionenshow" und Assinger stellt ihm eine Frage, ob deren Schwierigkeitsgrades Kemp schweißgebadet aufwacht.
Für Regisseurin Sabine Derflinger handelt es sich hier zwar um eine Mainstream-Serie, aber auch um "Unterhaltung mit Tiefgang und Humor", um Geschichten mit "Angst, Wut und Komik".
Harald Krassnitzer steht der Figur des Paul Kemp privat vor allem in einem nahe - in der Bereitschaft, Konflikte zu lösen. In der Serie macht er das ohnehin perfekt: "Da die Gerichte sehr überfordert sind, wird der Beruf des Mediators - für außergerichtliche Lösungen - immer wichtiger. Kemp ist ein absoluter Profi. In seinem Privatleben hingegen herrscht oft absolutes Chaos. Denn er merkt gar nicht, dass seine Frau seit eineinhalb Jahren eine innige Beziehung zum Nachbarn unterhält. Klar, der ist Lehrer und hat viel, viel Zeit. Deshalb plädiere ich heftig für ein neues Lehrerdienstrecht. . ."
Ein Typ mit Ecken und Kanten, einer, der auch scheitert, ist ihm jedenfalls lieber als einer, der "mit dem heißen Messer durch die Butter geht". Hatte Krassnitzer selbst je mit Mediatoren zu tun? "Nein. Mit Psychologen schon. Was aber normal ist. Bei Schauspielern." Im Zuge der Vorbereitungen hatte Krassnitzer übrigens ein interessantes Gespräch mit einem Anwalt aus Innsbruck: "Der meint, dass ein Großteil der Gerichtsverhandlungen mit einem einzigen Wort vermeidbar wäre. Dieses Wort heißt ?Entschuldigung'. Ich habe es an einem simplen Beispiel ausprobiert. Man stelle sich ein paar Stunden vor eine U-Bahn-Station, lasse sich anrempeln und sage jedes Mal ?Entschuldigung'. Ich schwör' Ihnen: Das ergibt einen unterhaltsamen Nachmittag."
Im Herbst (Regie: wieder Sabine Derflinger) steht für ihn der nächste "Tatort" auf dem Programm. Titel: "Angezählt". Es geht um Frauenhandel.














