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    Zuletzt aktualisiert: 26.02.2012 um 09:11 UhrKommentare

    Aus für Küniglberg? ORF dementiert

    Was einen möglichen Wegzug des ORF vom Wiener Küniglberg betrifft, bleibt der neu gewählte Betriebsrat, Gerhard Moser und Gerhard Berti, beim "Nein". Moser und Berti zeigen sich auch wenig beeindruckt von den Sparvorgaben des Kaufmännischen Direktors Richard Grasl.

    Foto © APA/Schneider

    Der neu gewählte ORF-Zentralbetriebsrat (ZBR) bleibt weiter bei seinem "Nein" im Hinblick auf einen möglichen Wegzug vom Wiener Küniglberg. Wie ZBR-Vorsitzender Gerhard Moser und sein Stellvertreter Gerhard Berti im Interview mit der APA betonten, haben die Belegschaftsvertreter auch kein Verständnis für neue Sparvorgaben. Dass Moser trotz Stimmenrückstands seiner "Liste Unabhängige" auf Berti ("Liste Miteinander") den Vorsitz übernommen hat, begründen sie mit "Kontinuität" und betonen wechselseitiges Vertrauen.

    Die Belegschaftsvertreter beeindruckt wenig, dass der Kaufmännische Direktor des ORF, Richard Grasl, Anfang Februar die Führungskräfte des Hauses dazu aufgerufen hat, auf die Kostenbremse zu steigen. Schließlich sei das Ergebnis des Vorjahres einmal mehr besser ausgefallen als erwartet, sagte Moser: "Die Krisenszenarien, die von der Kaufmännischen Direktion und der Generaldirektion jedes Mal wie das Amen im Gebet kommen, halte ich für übertrieben." Vor allem vor Gehaltsverhandlungen im Herbst stehe der ORF wie zufällig besonders schlecht da, glaubt er: "Wenige Wochen später ist das Ergebnis dann besser als jemals gedacht. Das halte ich mittlerweile für ein taktisches Kalkül und nicht für korrekt."

    Weitere Kostensenkungen seien ohnehin nicht drinnen, schließlich habe man binnen drei Jahren jeden siebenten Dienstnehmer abgebaut, betonte der Zentralbetriebsratsobmann: "Wir haben den Plafond bei den Arbeitskapazitäten nicht nur erreicht, sondern überschritten. Wenn man sich einzelne Bereiche ansieht, ist es so, dass die Mitarbeiter über die Grenzen der Belastbarkeit hinaus arbeiten; und das nicht nur seit Monaten." Außerdem gebe es mit zwei Sparten-Fernsehkanälen und ausgebauten Sendeschemata im Hörfunk noch mehr Programm.

    Ein "No-Go" ist für die Betriebsräte eine Absiedelung des ORF-Zentrums und des Funkhauses, sagte Moser: "Ich halte das für ein städtebauliches Experiment. Es gibt auch nach wie vor kein - und das ist eine wesentliche Frage - vernünftiges und nachvollziehbares Raum- und Funktionsprogramm für einen ORF in zehn Jahren." Diskutieren könne man lediglich "über das sogenannte Medienhaus auf der Heiligenstädter Lände", das unter anderem Ö3 beherbergt.

    Wie Berti, der als Technikbetriebsrat in den Zentralbetriebsrat einzog, betonte, befürchtet man bei einem etwaigen Umzug auch Ausgliederungen: Die Geschäftsführung sei sehr oft mit solchen Gedanken beschäftigt, glaubt er. "Dass der Betriebsrat gegen Ausgliederungen sein muss, ist klar. Wir haben ohnehin in allen Bereichen so viele prekäre Arbeitsverhältnisse, die uns die Tage, die Wochen und die Monate mit betriebsrätlicher Arbeit füllen."

    Berti betonte auch, den Vorsitz "nicht abgegeben", sondern "uns gemeinsam konstituiert" zu haben. "Wir brauchen da jetzt nicht das Ehepaar zu spielen, aber der Zentralbetriebsrat funktioniert gut. Ich glaube auch, dass man sich in der Belegschaft erwartet, dass wir zusammenarbeiten. Das hat ja auch das Wahlergebnis gezeigt. Wir haben uns mandatsmäßig neu geordnet, wollen aber den gemeinsamen Weg der letzten vier Jahre fortsetzen." Moser, der weiterhin Vorsitzender bleibt, betonte, dass das Vertrauen auch unter den übrigen Proponenten der jeweiligen Listen gegeben sei: "Es ist ja nicht nur so, dass es einen Vorsitzenden gibt - es gibt auch andere wesentliche Funktionen im Zentralbetriebsrat."


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