"Ich war lange nicht genug selbstbewusst"
Christine Hödl, Siegerin der "Großen Chance", tritt schon länger in Clubs und Pubs auf, kehrt aber vorerst in den Kindergarten zurück.

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Sie selbst war am meisten überrascht und realisierte ihren Sieg erst im Laufe der Nacht: Die Wienerin Christine Hödl (35) gewann mit ihrem selbst geschriebenen Song "The Key To Be Free" und ihrer bescheidenen Art die 100.000 Euro der "Großen Chance". Die vom ORF medial größer präsentierte Conchita Wurst war keine Konkurrenz - sie kam nicht einmal unter die Top drei. Wir erreichten Hödl nach "einer Handvoll Schlaf", wie sie schmunzelnd erklärte, in ihrer Wohnung, die sie mit ihrer Frau Jacqueline, ebenfalls Kinderpädagogin, und der achtmonatigen Luzia teilt.
Freitagnacht fehlten Ihnen fast die Worte. Bricht nun zu viel über Sie herein?
CHRISTINE HÖDL: Es ist natürlich eine wahnsinnige Überforderung. Ich habe es ja nicht gelernt, mit so vielen Fotografen und Fernsehteams umzugehen - oder spontan in der "ZiB 24" ein Interview zu geben. Man hat das Gefühl, plötzlich "funktionieren" zu müssen. Dass diese Medienarbeit dazugehört, ist mir aber klar.
Warum haben Sie Ihr Talent nicht schon früher öffentlich getestet - etwa bei "Starmania"?
HÖDL: Mir hat früher das Selbstbewusstsein gefehlt. Auch zu den Castings der "Großen Chance" musste mich meine Frau freundlich überreden. Nach dem Motto: Wir haben doch nichts anderes vor, blöd wärest du, wenn du nicht einmal mitmachst.
Wie viele Songs haben Sie schon geschrieben?
HÖDL: Es sollte für ein Album reichen. Jetzt muss ich mich einmal mit der Plattenfirma zusammensetzen und den richtigen Produzenten finden.
Ihre musikalischen Vorbilder?
HÖDL: Alanis Morissette, Tracey Chapman, Melissa Etheridge, Indigo Girls, Jack Johnson.
Seit 1999 treten Sie immer wieder in Folk-, Pop-, Blues- und Irish-Clubs auf. Wird jetzt der "bürgerliche" Job Kinderpädagogin an den Nagel gehängt?
HÖDL: Nein, darüber nachzudenken, wäre noch zu früh. Ich glaube, ich gehe morgen wieder in den Kindergarten.
Durch die "Große Chance" wurde nun auch Ihr Privatleben öffentlich. Wie gehen Sie damit um?
HÖDL: In manchen Internetforen gibt es zwar bösartige Statements zu lesen, aber ich bin prinzipiell positiv überrascht, wie offen viele Menschen auf uns zu kommen. Außerdem braucht jeder Künstler seine Ecken und Kanten, das hat ja nicht unbedingt etwas mit der sexuellen Orientierung zu tun.















