Zeitreise durchs 20. Jahrhundert
Teil zwei der Familiensaga (Freitag, 20:15 Uhr, ORF 2): Udo Jürgens besuchte oft den Dreh, versuchte aber nie, Regie-Anweisungen zu geben.

Foto © ORF1967: David Rott als Udo Jürgens, triumphale Tournee nach Song-Contest-Sieg
Wenn David Rott als junger Udo über den "Mond von Portofino" trällert, ist das kein Originalschlager aus den 50er-Jahren, sondern eine extra für den Zweiteiler gefertigte Komposition. Kleinigkeiten wurden eben aus dramaturgischen Gründen geändert. "Ich war nicht dabei, als mein Vater in Gestapohaft saß. Da oder dort mögen mich auch meine Erinnerungen trügen", sagte Udo Jürgens schon bei der Romanveröffentlichung 2004.
"Die Umsetzung eines Buches in einen Film ist immer ein schwieriger und oft auch schmerzlicher Akt", weiß Udo, der heute die Verfilmung als "Meilenstein" bezeichnet. Und würdigt in jedem dritten Satz die großartigen Schauspieler: "Wir sind eine Einheit geworden und lieben uns wahnsinnig. Wie Christian Berkel meinen Großvater vom 20- bis zum 75-Jährigen spielt - das ist auch in der Filmkunst nichts Alltägliches!"
"Udo hat uns oft bei den Dreharbeiten besucht, da ist eine große Nähe, ja Freundschaft entstanden", erzählt Regisseur Miguel Alexandre, "er hat jetzt aber nicht versucht, Regie-Anweisungen zu geben. Da ist er Profi genug, hätte ja gegen den eigenen Film gearbeitet und nur Verwirrung gestiftet."
Durch das große Vertrauen durfte Alexandre auch Udos "Beziehungsunfähigkeit" thematisieren: "Seine Liebe gehört der Musik. Was für ihn auch ein gewisser Schmerz ist, denn er fühlt, dass ihm woanders etwas fehlt."
Udo live 2006: ARD, 22.00 Uhr.
Udo Jürgens - Der Soloabend: Konzert aus 2005, ORF 2, 22.40 Uhr.
DVD "Der Mann mit dem Fagott" ab Freitag im Handel.













