ORF-Generalswahl: Hinter den Kulissen rumpelt es
Der noch aktuelle General Wrabetz gibt sich betont motiviert für eine Wiederwahl - allerdings wird im Hintergrund von Rot und Schwarz bereits eifrig um Alternativen und die notwendigen Mehrheiten dafür gerungen.

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Vordergründig tut sich in Sachen ORF-Generalswahl derzeit wenig bis nichts. Bis auf Außenseiterin Karin Resetarits hat noch keiner der Bewerber seine Kandidatur bekanntgegeben, inklusive Amtsinhaber Alexander Wrabetz selbst, der als Favorit gilt. Im Hintergrund wird aber bereits eifrig um die notwendigen Mehrheiten gerungen. Als Joker im Rennen um den Chefsessel wird dabei immer wieder RTL-Boss Gerhard Zeiler gehandelt, der allerdings erst kürzlich seinen Vertrag als CEO der RTL-Gruppe bis 2015 verlängerte.
Zeiler könnte dann eine ernsthafte Option sein, wenn sich ÖVP und SPÖ nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen - wofür Hörfunkdirektor Karl Amon immer wieder als mögliche Backup-Lösung genannt wird - und die SPÖ-Front für Wrabetz doch noch bröckeln sollte. Unter SPÖ-nahen ORF-Stiftungsräten geht man derzeit aber weiter davon aus, dass der Kandidat Wrabetz heißen soll. Auch im SPÖ-Parteipräsidium habe man sich kürzlich mit großer Mehrheit auf Wrabetz festgelegt, ist zu hören.
Allerdings gibt es auch innerhalb der "roten" Stiftungsräte durchaus unterschiedliche Interessenslagen. Ein "Ja" der Betriebsräte zu einer Absiedlung des ORF gilt als eher schwierig, weil eine Zerschlagung der mächtigen ORF-Technik befürchtet wird. Auf der anderen Seite steht der dezidierte Wunsch der Stadt Wien, den ORF nach St. Marx zu holen. Eine Entscheidung gibt es darüber freilich noch nicht. An der Standort-Frage könnte sich Wrabetz bei der Suche nach einer Stimmenmehrheit noch aufreiben, heißt es.
Aufhorchen ließ jüngst FPÖ-Chef Heinz Christian Strache, der bei seiner Aschermittwochrede Zeiler lobte: Dieser sei zwar SPÖ-nahe, aber als Fachmann unbestritten, streute Strache dem RTL-Boss Rosen. "Aber der Faymann (Bundeskanzler Werner, S, Anm.) hat Angst vor diesem fachlich unbestrittenen roten Manager, weil der nicht nach seiner Pfeife tanzt", schob Strache nach. Schon die ÖVP ließ wiederholt durchklingen, dass man sich einen Unterstützung Zeilers vorstellen könnte.
Zeiler selbst hatte sich in den vergangenen Monaten nicht zu angeblichen Ambitionen auf den Posten des ORF-Generaldirektors geäußert. Gegenüber dem "Standard" (Freitagausgabe) erklärte er knapp: "Meine Shareholder und ich haben vereinbart, dass ich meinen Vertrag bis Ende 2015 verlängere." Dem Vernehmen nach soll der Medienberater und frühere Zeiler-Wegbegleiter bei RTL, Hans Mahr, derzeit auf Stimmenfang für Zeiler sein. Eine APA-Anfrage am Freitag blieb diesbezüglich unbeantwortet. "Kein Kommentar" ließ Mahr ausrichten. Ende Mai wird Zeiler übrigens bei einer Klausur des Verbands Österreichischer Zeitungen in Salzburg auftreten und dort über die Zukunft des Fernsehens referieren.
Wrabetz hat seine Kandidatur bisher noch nicht bekanntgegeben, weil er den Wahlkampf nicht unnötig prolongieren wolle, wie er erklärte. Mit einer Deklaration des betont motivierten ORF-Chefs wird Ende März/Anfang April gerechnet.













