ORF-Chef Wrabetz kündigt Abbau von 440 Mitarbeitern an
Von 2007 bis 2009 hat der ORF bereits 85 Mio. Euro eingespart. 2010 sollen weitere 80 Mio. folgen.

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Auf dem Chefsessel des öffentlich-rechtlichen Senders sieht sich ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz auch in einem Jahr noch. Der anstehenden Gesetzesnovelle, von der es ursprünglich hieß, sie könnte einen Wechsel in der ORF-Geschäftsführung und eine Umwälzung der Strukturen mit sich bringen, sieht Wrabetz gelassen entgegen. Er werde sich in den kommenden Monaten dafür einsetzen, dass die Politik jene Rahmenbedingungen ermöglicht, mit denen der ORF in seinem derzeitigem Leistungsumfang erhalten bleiben kann. Dazu gehört nicht nur die Refundierung der Gebührenbefreiungen sondern auch das Verhindern von weiteren Erlösbeschränkungen im Werbebereich.
Für gravierende Gesetzesänderungen sieht Wrabetz derzeit auch keine Veranlassung. Im Rahmen des EU-Verfahrens seien die Bedenken der Kommission gegen das Finanzierungssystem des ORF ausgeräumt worden. Auch "die Form des Auftrages, den wir für ORF 1 und ORF 2 haben, wurde als hinreichend bestimmt anerkannt". In seinem Sparvorhaben sowie den Umstrukturierungen sieht sich der ORF-Chef auf Kurs. Trotz Konjunkturkrise, die auch am ORF und vor allem den Werbeeinnahmen des Senders nicht unbemerkt vorübergeht, will Wrabetz "mit entsprechenden Maßnahmen versuchen, so nah wie möglich an das für 2009 geplante Minus von 29 Millionen Euro zu kommen". Ohne Maßnahmen käme der Konzern auf ein Jahres-EGT von minus 53 Mio. Euro.
Handshake-Programm
Mit dem Handshake-Programm, das Ende August abgeschlossen wird, habe der ORF "volumenmäßig erreicht, was wir wollten. Viele Führungskräfte gehen, wodurch Neustrukturierungen möglich werden." Allein in der Generaldirektion werden vier Hauptabteilungsleiterpositionen eingespart und die Strukturen gestrafft. Die Geschäftsführung rechnete ursprünglich mit rund 190 Mitarbeitern, die sich per Handshake aus dem Unternehmen verabschieden - "nach jetzigem Stand werden wir bei über 150 liegen". Das Ziel, bis 2011 etwa 440 Mitarbeiter abzubauen "werden wir erreichen". Bis zum Juni 2009 wurde der Mitarbeiterstand gegenüber Dezember 2007 laut Wrabetz bereits um 174 Vollzeitäquivalente gesenkt.
Bereits 85 Millionen Euro eingespart
In Zahlen will Wrabetz nach eigenen Angaben von 2007 bis Ende 2009 kumuliert bereits 85 Millionen Euro eingespart haben, berücksichtige man "aufwandserhöhende nachhaltige Investitionen in den Wiedereinstieg in die Fußball-Bundesliga, die Einführung von DVB-H und HD-TV erhöht sich die Summe auf einen Netto-Einsparungs-Effekt von 120 Millionen Euro". Diese Einsparungen hätten sich vor allem durch maßvolle Lohnrunden, die Nicht-Nachbesetzung von Abgängen im Rahmen des sogenannten 250er-Programms und durch Reduktionen bei Sachkosten und in der Verwaltung ergeben. 2010 sollen weitere 80 Millionen Euro eingespart werden.
Wrabetz' Bilanz nach mehr als zweieinhalb Jahren im Amt: "Die Unabhängigkeit der Berichterstattung und die kritische gestalterische Offenheit in allen Programmen des ORF wird allgemein anerkannt. Wir haben einiges bewegt und in den sehr schwierigen zweieinhalb Jahren die Voraussetzungen für die Zukunft des ORF geschaffen. Die großen Herausforderungen, die unternehmensstrategisch angegangen wurden, will ich auch abschließen."














