"Rex" ist zurück: Endlich wieder Hundstage im ORF
Ein Streuner kehrt heim: 2007 übersiedelte "Commissario Rex" nach Rom, ab 30. Juni zeigt der ORF nun neun italienische Folgen. Ein Setbesuch zeigt: Die Serie hat deutlich an Esprit gewonnen.

Foto © ORF/'Comeback für Rex'Rex ist für Kommissar Lorenzo Fabbri (Kaspar Capparoni) zu einem unverzichtbaren Partner geworden
"Silenzio!", hallt es durch die Villa. Alles Gemurmel verstummt, nur die Zikaden auf den Steineichen vor dem Haus ratschen munter weiter. Der Hauptdarsteller nimmt seine Position ein, Klappe. Wenige Augenblicke zuvor hat sich Henry noch an einem Schluck San Pellegrino erfrischt, seine persönliche Assistentin hat dem Star die Wassertröpfchen aus dem Gesicht getupft und ihn mit der Silberbürste zurecht gekämmt.
Traumquoten. Henry ist konzentriert und geduldig, ein TV-Profi eben, nach zwei Takes ist die Szene im Kasten. Seit 2007 gibt der acht Jahre alte Schäferhund den "Commissario Rex" im italienischen Fernsehen und beschert der RAI Traumquoten von fünfeinhalb bis sieben Millionen Zuschauern.
Verkaufserfolg. Demnächst kehrt "Rex" nun ins österreichische Fernsehen zurück. Ab 30. Juni sind im ORF die ersten neun Folgen der in Rom gedrehten Serie zu sehen, läuft es gut für den vierbeinigen Ermittler, ist noch mehr möglich: In der Villa Parisi bei Frascati filmt Regisseur Marco Serafini gerade die siebte Folge der dritten Italo-Staffel. "Und drei weitere Staffeln", erzählt Produzent Ferdinand Dohna beim Setbesuch, "drehen wir auf jeden Fall noch." Er geht damit kein großes Risiko ein, die von Beta-Film, RAI, ZDF und ORF koproduzierte Serie wurde bereits in mehr als 100 Länder verkauft.
Tieferer Grund. Wieso sind die Italiener so erfolgreich, während der Wiener "Rex" 2004 nach acht Staffeln eingestellt werden musste? Regisseur Serafini sieht neben Quoteneinbrüchen und Kirch-Pleite einen tieferen Grund: "Das alte Konzept war einfach antiquiert. Im Fernsehen erzählt man Geschichten heute anders." Tempo, Rhythmus, Struktur der Serie wurden dynamisiert, die klassische Krimihandlung um etliche komödiantische Elemente aufgelockert. In Rom ist Rex der perfekte Polizist, um den herum eine Chaotentruppe ermittelt.
"Ein richtiger Mann". Außerdem fand sich in Kaspar Capparoni als Kommissar Lorenzo Fabbri ein Schauspieler, der die Serie wieder erdet. "Ein richtiger Mann. In Italien würde auch kein Mensch glauben, dass ein 25-jähriger Kommissar die schwierigsten Fälle bekommt", gönnt sich Serafini noch einen kleinen Seitenhieb auf das letzte Wiener Milchgesichter-Team.
Star in Italien. Capparoni, 45, ist mit "Rex" in Italien zum Star geworden. Der halbe Südtiroler ist selbst ein Hundenarr, nennt sechs weiße Schäfer sein eigen. Das mache ihm das Zusammenspiel mit Henry leicht, erzählt er in einer Drehpause. Obwohl der Hund angeblich mehr als er verdient? "Sind Sie sicher? Da muss ich noch einmal mit dem Produzenten reden" grinst der Schauspieler.
Wurstsemmel-Ersatz. In einer Sache ist "Rex" seinem Serien-Herrchen jedenfalls überlegen: Eifersüchtig hütet er die Keuschheit seines Kommissars - vor allem gegenüber dessen Kollegin Katia (Pilar Abella). Auch für seine heißgeliebten Wiener Wurstsemmeln hat sich in Rom Ersatz gefunden: "Rex" steht heute auf Panini mit Porchetta.














