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Zuletzt aktualisiert: 14.06.2010 um 12:14 UhrKommentare

And the Winner is...

Am Sonntag fand das Finale des Newcomer 2010 im Grazer Orpheum statt. Der größte steirische Bandwettbewerb hat auch dieses Jahr wieder einen würdigen Sieger hervorgebracht: die Solokünstlerin Coy.

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Quelle © Foto: Marija Kanizaj Newcomer 2010: Siegerin Coy im Interview

Nach fünf Vorrunden und einem gelungenen Finale ist der Newcomer 2010 nun gekürt. Die stimmgewaltige Grazerin Coy setzte sich gegen 14 weitere Finalisten durch. Mit starken Stimmbändern, einer halbakustischen Gitarre, Selbstvertrauen und Leidenschaft konnte die sozial engagierte Musikerin Publikum und Jury gleichermaßen überzeugen. Dabei war die Konkurrenz stark und garantiere somit Spannung bis zuletzt.

Blended Senses, die vom Publikum ins Finale gevotet wurden, begannen relativ schwach, obwohl eine Steigerung zum letzten Mal bemerkbar war. Die Stimmen von Sänger und Sängerin steuerten immer noch gegeneinander anstatt einander zu stützen. Die Grazer Formation Push´n´Funk hob das Niveau. Sonnige Songs und steirische Mundart überzeugten, die beiden Frontfrauen zeigten vor, wie Stimmen harmonieren können. Allerdings würde es wahrscheinlich nicht auffallen, wenn Sängerin Angela Matzer die Texte alleine vortragen würde.

Norikum und Audio Bastard schlugen dann härtere Töne an. Während Erstere mit lebendiger Bühnenshow Eindruck machten, fielen die Bastarde mit toller Stimme und gut strukturierten Songs auf. Umbilikal aus Slowenien verstörten mit ihren faden Kompositionen dem eigenwilligen spanischen Gesang. Für diese Musik bräuchte es nicht so viele Bandmembers.

Saufrock, Hendrix, Minirock

Viel Stimmung machten dann wieder Redneck Radio mit ihrem South- oder Sauf Rock. Die Herren fühlen sich auf der Bühne sichtlich wohl, verloren sich aber im Solieren. Die Hendrix-Hommage kam überraschend und ist gelungen. Zudem stellte die Band den besten Gitarristen des Abends. Auch Sayaswop genossen ihren Finalauftritt offensichtlich. Die Sängerin - diesmal ohne Krüken - kokettierte mit dem Publikum, beschwor Frauenpower und zeigte, dass sie auf eine breite gesangliche Palette zurückgreifen kann. Der bauchfreie Bassist irritiere ein wenig.

Einen Höhepunkt bildeten die vielschichtigen Low Peak Charlie. Das musikalische Handwerk sitzt und wenn sich die Jungs aus Slowenien dem frühen Werk von Rage Against The Machine annähern, geht die Post ab. Belohnt wurden die Fünftplatzierten mit den Auszeichnungen für den besten Schlagzeuger und den besten Bassisten. Red Tragedy, die in der Vorrunde eine solide Show boten, enttäuschen diesmal. Wenn man schon covern muss, dann doch bitte nicht "Proud Mary". Und wenn es schon "Proud Mary" sein muss, dann bitte mit etwas Fantasie. Die Performance vonMit war zwar annehmbar, aber ihr "Nu Metal" wirkte dennoch ein wenig ein die Jahre gekommen. Der Sänger wurde aber als der beste des Abends ausgezeichnet.

Biedermann, die den zweiten Platz erreichten, boten ein Programm, das wohl irgendwo zwischen In Extremo und Rammstein einzuordnen ist. Gewiss Geschmacksache, aber die volle Punktezahl für Originalität. Es hätte allerdings auch gereicht, wenn sich der Frontmann auf die Melodica beschränkt hätte, die Gitarre war nicht vonnöten.

Auch Fennez Marson konnten sich im Vergleich zur Vorrunde noch steigern. Vor allem der Bassist - er trug spezielles Make-up - stach hervor. Am Ende landeten die Grazer Punk-Rocker leider nur auf dem zehnten Platz. Der Didgeridoo-Spieler von Tik Taw bekam den Preis für das beste außergewöhnliche Instrument. Apropos außergewöhnlich: Mit Mini-Keyboard, Violine, Mandoline, Ukulele, Gitarre und Bass arrangierten The Showbox ihre Balladen. Das Experiment ging auf, die Jungs erreichten den dritten Platz. Die Burgenländer Nuz konnten nicht antreten, da ein Bandmitglied verunglückt ist.

MATTHIAS REIF

Die Platzierungen

1. Coy
2. Biedermann
3. The Showbox
4. Mit
5. Low Peak Charlie
6. Redneck Radio
7. Push´n´Funk
8. Tik Taw
9. Sayaswop
10. Fennez Marson
11. Audio Bastard
12. Norikum
13. Red Tragedy
14. Umbilikal
15. Blended Senses

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