Die Spreu vom Weizen
Die fünfte und letzte Vorrunde des Newcomer 2010 ist vorüber. Nach einem spannenden Finish stehen die letzten drei Finalisten fest. Der Frischling des Jahres wird am 13. Juni gekürt.

Foto © KLZ | Marija KanizajTic Taw brachten ein Didgeridoo mit
Es ist geschafft. Ganze 16 Bands haben am Sonntag im Grazer Orpheum um die letzten Finaltickets gespielt. Mit Tic Taw und Norikum wurden zwei Metalbands von der Jury ins Finale gewählt. Bitter für Jimmy Goes To Funkytown, denn die erfrischenden Judenburger verpassten den Aufstieg nur knapp. Das Publikum entschied sich für die schwachen Blended Senses.
Mediocrazy aus Graz eröffneten eine eher unspektakuläre Vorrunde und fügten sich auch gut in dieses Gesamtbild, denn da kam nicht viel von der Bühne. In Ear System konnten sich ebenso wenig vom Alternative-Brei abheben, die angeschlagene Stimme der Frontfrau ist keine Entschuldigung. Wenn man die Nervosität in den Griff bekommt und mehr aus sich herausgeht, werden auch etwaige Fehler leichter übersehen.
Mit Jimmy Goes To Funkytown kam dann frischer Wind. Gutes Handwerk und eine einigermaßen lebendige Performance luden zum Mitwippen ein, der Sänger sollte allerdings noch am halbherzigen Sprechgesang feilen. Wenn man aber an Größen wie die Chili Peppers oder auch die Beasty Boys erinnert, ist man auf dem rechten Weg.
Noch interessanter wurde es dann mit den ebenfalls funkigen New-Metallern Tic Taw, denn die Herrschaften banden ein Didgeridoo in ihre musikalische Darbietung ein. Was zunächst nach einem schweren Stilbruch klingt, war überraschend gut und wurde letztlich auch belohnt.
Gipfelsieg und Talfahrt
Der vorläufige Zenit war erreicht, mit Ultra und Bleeding Sun ging es wieder bergab. Die Talsole bildeten Fragilitas Mentis. Der Regenbogen über Graz stand im krassen Gegensatz zur depressiven und taktfreien Akustik-Performance der beiden Steirer. Die Stimme der Sängerin rettete, was zu retten war. Der Bassist sollte sich die nächsten Jahre nicht ohne Metronom erwischen lassen.
Isäntä gaben Gas, die Bühnenshow konnte den Mangel an Originalität aber nicht ausmerzen. Drums aus der Konserve mögen das Rhythmusgefühl stützen, können einen Schlagzeuger jedoch nicht ersetzen. All Across und Messcorade machten Spaß und bewegten sich frei durch alle möglichen Metal-Richtungen, konnten aber auch nicht wirklich überzeugen. Doch beide genossen ihren Auftritt und das merkte man ihnen auch an.
Willi Wodka And The Drunka Lumpas sorgten für den zweiten Tiefpunkt des Abends. Name schien Programm zu sein. Ideenloser, teils schwer verdaulicher Punk paarte sich mit mäßigem Können. Nicht einmal ein ausgestecktes Klinkenkabel fiel ihnen auf. Unser Urteil: Kein Wodka mehr, keine Auftritte und mindestens fünf Jahre Proberaum bei Akustikgitarre und Metronom.
Für einen sehr erfreulichen Abschluss sorgten die Grazer Norikum. Fast perfekter Metal mit viel Herzblut und Energie hievte die jungen Herren ins Finale. Das grobe Auswahlverfahren ist damit abgeschlossen. Sofern man über den einen oder anderen Publikumssieger hinweg sehen kann, darf man sich auf ein spannendes und qualitativ hochwertiges Finish freuen. Streichen Sie sich den 13. Juni in Ihrem Kalender rot an und unterstützen Sie ihren Favoriten im großen Finale des Newcomer 2010.














