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Zuletzt aktualisiert: 12.04.2010 um 15:20 UhrKommentare

Vom Musizieren und Dilettieren

Der Newcomer 2010 im Grazer Orpheum hat am Sonntag begonnen. Insgesamt 78 Bands versuchen auch heuer wieder ihrer Karriere und ihrem Bekanntheitsgrad einen Wachstumsschub zu versetzen.

Frontman der slowenischen "Low Peak Charlie"

Foto © KLZ | David BauerFrontman der slowenischen "Low Peak Charlie"

Unter unfreiwilligem Beinahe-Ausschluss der Öffentlichkeit ritterten in der ersten Vorrunde 15 Bands um den Aufstieg ins Finale am 13. Juni. Das Teilnehmerfeld, musikalisch mitunter bunt gemischt, setzt sich bislang aus heimischen und slowenischen Bands zusammen. Nach der ersten von fünf Vorrunden stehen mit Low Peak Charlie, Push ´n´ Funk und Mit auch gleich zwei slowenische Vertreter fest.

Push ´n´ Funk setzten, wer hätte es geahnt, mit funkigen Rhythmen und deutschen Texten Akzente, während die mittelmäßigen Slowenen Mit mit Melodic Metal über die Publikumswertung den Aufstieg feiern durften. Ansonsten gab es vor allem rohe Kost, dazwischen aber immer wieder Songwriter-Einlagen, die von neulich-am-Greys-Anatomy-Soundtrack bis zu ich-trink-nur-lauwarmes-Joghurt alle Spielarten des du-darfst-mich-anfassen-aber-du-willst-nicht-Pop bedienten.

Das Beste kam doch noch

Einen Lichtblick und damit absolut verdienten Aufstieg stellten die - abermals - slowenischen Low Peak Charlie dar. Diese hatten zwar in der Kategorie Originalität wirklich keine neuen Maßstäbe gesetzt - die Jury fühlte sich unisono an Rage Against The Machine erinnert - überzeugten aber grade deshalb mit frechem Punk-Rock und heimeliger Authentizität.

Es wäre kein Bandcontest, gäbe es nicht auch die Kategorie jener Bands, deren Proberaum besser keine Tür zur Außenwelt haben sollte. Townload vermiesten den Abend mit Bon-Jovi-Gedächtnis-Gitarre, 80er-Riffs und limitierter Star-Allüre. Rene Altinel konnte zwar mit solidem Gitarren-Spiel das Glas halb voll halten, leerte es aber in einem Zug mit Gesang, der schmerzlich an eine an Verstopfung leidende Bergziege erinnert.

Ein weiterer Sonnenstrahl am wolkenverhangenen Musikhimmel war die obersteirische Hip Hop-Combo Cyklone Productions. Das Wechselbad aus steirischer Mundart und spanischem Speed-Rap ließ die teilweise flachen Zuhälter-Texte in den Hintergrund treten. Apropos Hintergrund: Der unbewegliche, als DJ getarnte Startknopf-Drücker hätte zu Hause bleiben können. Echte Turntables sind für echten Hip Hop unerlässlich.

SEBASTIAN KRAUSE, MATTHIAS REIF

Foto

Foto © KLZ | David Bauer

Angela Matzer von Push ´n´ Funk Foto © KLZ | David Bauer

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