Rumpel-Rock und Goldregen
Illustre Festival-Aufwärmrunde mit Cro, Ed Sheeran, The Black Keys und The Killers am ersten Tag des Frequency in St. Pölten: Der erste "Welcome Day" in der Geschichte der Riesen-Party war ein voller Erfolg.

Foto © APADan Auerbach von den Black Keys: Rumpelnder Meister-Gig
Bislang wurde die Festivalstimmung von null auf Hundert erzeugt, heuer startete das Frequency erstmals mit einer Aufwärmrunde: Nur vier Bands sollten am ersten Tag das Publikum auf Betriebstemperatur bringen.
Ausgerechnet "Raop"-Star Cro machte den Anfang: Sein kometenhafter Aufstieg passierte wohl erst nach seiner Verpflichtung als Festival-Opener. Dennoch hätte den Organisatoren kein besserer Eröffnungsact passieren können - leichter, origineller Rap-Pop (daher die Wortkreation Raop) vom jungen Deutschen mit der Pandamaske, der schon am Nachmittag Tausende Besucher anzog.
Ed Sheeran hatte seinen letzten großen Auftritt zwar vor noch ein wenig mehr Publikum, er sang ja bei der Olympia-Schlussfeier Pink Floyds "Wish you were here", seine Sache als Stimmungsanheizer machte er jedoch gut: sympathischer Auftritt mit netten Songs und großzügigem Einsatz von altbewährter Publikumsinteraktion.
Die Black Keys halten nach Auflösung der White Stripes die Stellung im Bereich des auf die Knochen zusammengestutzten Rumpel-Retro-Bluesrock. Und: Sie erwiesen sich (für die große Bühne freilich durch zwei Mitmusiker verstärkt) als das, was man von ihnen erwartet hatte: als überragende Liveband, die ihre große Kraft gerade aus der Reduktion bezieht.
Darauf die Antithese: The Killers vereinen Las-Vegas-Größenwahn und Hollywood-Westernschwermut. Auf der Bühne lassen sie es knallen: Stadion-Glitzer-Synthiepop, illustriert mit aufwendigem Stage Design, Videoeinspielungen, Konfetti und Goldregen. Das Hitpanorama von "Runaways" bis zur Zugabe "When you were young" wird durch logische Achtziger-Covers von Alphaville und Joy Division ergänzt. Nicht nur wegen Brandon Flowers Haarschnitt hätte aber Falco ebenso gepasst: Die Arroganz sitzt genauso gut wie das enge Designerhemd.
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