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Zuletzt aktualisiert: 08.07.2012 um 20:30 UhrKommentare

Urban Art Forms: leider geil

Pyramiden-Spiele und ein überwältigender Kreuzzug: Die dritte und letzte Nacht des Urban Art Forms (UAF) mit Deichkind und Justice. Mit 50.000 Besuchern war das Festival ausverkauft.

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Menschen mit grellbunt bemalten Gesichtern laufen über das Gelände, Kostüme aus Müllsäcken und Absperrbändern sind zu sehen, hier und da auch ein Unfalldreieck als Hut.

Die Zeichen stehen auf: Deichkind. Die Hamburger Spaßfraktion gilt nicht umsonst als eine der besten Festival-Bands. Auf der Bühne fehlen futuristische Kostüme mit den Pylonen-Hüten ebensowenig wie extravagante Requisiten, z. B. ein Solarium. Eine Zelebration der Prolo-Spaßkultur, die "Leider Geil" ist, ohne den längst zum geflügelten Wort gewordenen Songtitel kommt man nicht mehr aus. Obwohl: warum "leider"?

Wunderbarer Blödsinn

Ferris Hilton als König, Kryptic Joe als Büroangestellter - eine Revuenummer jagt die nächste, und gerade als man darüber nachdenken will, ob der Elektro-Hip-Hop nicht auf die Dauer etwas eintönig wird, drehen Deichkind noch weiter auf, die Sonne geht unter und die Hüte beginnen zu leuchten. Die Band lässt sich in einem Fass durch die Menge tragen, Bier aus dem Schlauch ins Publikum spritzen und zettelt im Schlauchboot eine Kissenschlacht an, bis all der wunderbare Blödsinn im Hit "Remmidemmi" kulminiert, bei dem auf der Bühne auf Trampolinen und an Bungeeseilen bis fast an die Decke gehüpft wird. "Wo bin ich? Schon am Limit?". Noch nicht!

Euphorie aus der Burg

Auch wenn nach diesem phänomenalen Auftritt die Luft nach oben dünn geworden ist: Er wird noch übertroffen. In der Umbaupause lassen Justice eine Burg aus alten Korg-Synthesizern und Marshall-Verstärkern aufbauen, nicht fehlen darf natürlich ihr Markenzeichen, das gest.. Sie spielen ein düsteres Elektro-Hit-Set in brillant durchgemixten Liveversionen - und vor allem gekonnt mit der Euphoriesteigerung im Publikum. Ein überwältigendes Finale, auch wenn das Festival noch lange nicht vorbei war: Bis sechs Uhr morgens wurde weitergefeiert.

Das Schwarzl-Areal hat seine UAF-Feuertaufe mit Bravour bestanden, auch wenn diesmal Organisationsprobleme (zu lange Wege, ahnungsloses Personal, das Wasser an den Gastroständen ging aus) die Freude über die musikalische Qualität trübten. Man darf auf Besserung hoffen: Laut Veranstalter Christian Lakatos ist eine Weiterführung am Schwarzlsee nicht unwahrscheinlich.

NINA MÜLLER

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