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Zuletzt aktualisiert: 06.07.2012 um 08:48 UhrKommentare

Die Party beginnt vor der Party

Tausende reisten schon lange vor Beginn des Urban Art Forms Festival (5. bis 7. Juli) am Schwarzlsee an. Ein Lokalaugenschein im Zelt-Wildwuchs mit nur einem Sound: Skrillex.

Foto © Sabine Hoffmann

Es ist die ganz normale Unruhe vor dem Sturm aufs Gelände: Riesige Kisten mit Lebensmitteln und vor allem Bier werden zwischen viel zu eng gestellten Zelten hindurchgeschleppt, die Profis unter den Festivalbesuchern bauen richtige Burgen aus Couches, Pavillons, Campingstühlen, Grillern auf, aus allen Ecken dröhnt laute Musik - vornehmlich die von Headliner Skrillex, dem Amerikaner, dem es wie keinem anderen gelang, die Massen für wummernde Dubstep-Klänge zu begeistern.

Bis Donnerstagnachmittag seien bereits an die 8000 Menschen zum Schwarzlsee angereist, schätzt der Einsatzleiter, Oberstleutnant Pfennich. An die 17 Polizisten waren gestern im Einsatz, gröbere Probleme seien bislang keine aufgetreten. "Was wir nicht vorhersehen konnten, war die frühe Anreise der Gäste. Die ersten kamen schon in den frühen Morgenstunden."

Nur keine Nachtruhe

Auch wenn die Schwüle kaum auszuhalten ist und die Autobahnabfahrten langsam an die Grenzen ihrer Kapazität geraten, hält das die Massen aus ganz Österreich (und darüber hinaus) nicht ab, möglichst früh anzureisen. Die besten Zeltplätze sind rasch vergeben. Wer zu spät kommt, muss sein Lager auf einem der anderen Campingplätze aufschlagen. Dort, wo die Nachtruhe vielleicht sogar wirklich eine solche werden könnte - und wer will das schon?

Von kleinen Unannehmlichkeiten lässt sich niemand die Laune verderben: "Dass eine Stunde vor dem offiziellen Einlass der erste Campingplatz voll war, ist schon scheiße, aber was soll's," erklärt ein junger Salzburger mit Bierdose in der Hand und Sombrero auf dem Kopf, der um halb sechs Uhr morgens mit dem Zug angereist ist. Warum er sich das angetan hat, ist mit einem Wort erklärt: "Skrillex!". Der tönt auch lautstark aus den Boxen, zur Einstimmung auf seinen Auftritt um Mitternacht. "Und nach ihm wird durchgetanzt, bis mindestens halb sechs in der Früh!"

Etwas weiter weg vom Schuss haben es sich die beiden Niederösterreicherinnen Steffi, 18, und Meli, 19, schon gemütlich eingerichtet. Dass alles am Campingplatz "etwas chaotisch abläuft", wie sie sagen, ist schon fast vergessen: Die grellbunten Spritzpistolen sind gefüllt. Mit Bier.

Deko aus Dosen

Dass Bier nicht nur als Durstlöschen taugt, wird ein paar Plätze weiter bewiesen: Hier wurden skurrile Dekorationen aus Dosen gebastelt. Ein paar Meter entfernt geht es weniger heimelig zu - ein Besucher hat tatsächlich seine Stereoanlage mitgebracht, samt Generator. Aus den Boxen wummert: Skrillex.

Festivalbesucher, die es gerne ruhiger angehen und die es vermeiden möchten, schwere Ausrüstung anzuschleppen, werden an der Rezeption des längst ausgebuchten "Tent Inn" empfangen. Ein mobiles Hotel, das seine Zelte neuerdings auf allen großen Festivals im deutschsprachigen Raum aufschlägt. In Reih und Glied, ganz anders als im Wildwuchs vor den "Hoteltüren", warten olivgrüne Zelte bezugsfertig auf ihre Gäste. Eine kleine Insel mitten im Auge des Sturms.

NINA MÜLLER

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