Urban Art Forms: Die wichtigsten Acts
Zwölf Tage bis zum "Urban Art Forms" am Schwarzlsee: mit Techno-Superstars und Exzentrikern.

Foto © APBühnenspektakel: Soundbastler Skrillex
Wenn ein schöner, aber unaufgeregter Minimal-Techno-Song den Halli-Galli-Stadldiscosound eines DJ Ötzi aus der Bestenliste verdrängen kann, ist noch etwas richtig in dieser Welt. Anfang Mai knackten die Berliner Brüder Paul und Fritz Kalkbrenner mit ihrem Dauerbrenner "Sky And Sand" (aus dem Soundtrack zum Film "Berlin Calling") in Deutschland den Charts-Rekord von "Ein Stern, der deinen Namen trägt" (DJ Ötzi und Nik P.). 108 Mal hintereinander in den wöchentlichen Top 100 – auch wenn es dabei nie für Platz eins gereicht hat, muss ihnen das erst einmal jemand nachmachen. Es beweist aber auch, welchen Status Technoproduzenten erreicht haben.
Geliebt, gehasst
Noch viel deutlicher zeigt das allerdings Skrillex, 24-jähriger Beat-Bastler aus Los Angeles, der in Europa gleichermaßen geliebt wie gehasst wird. Grund: Er hat Dubstep, die in London geborene und bei uns lange ein fröhliches Schattendasein feiernde Musikrichtung mit den wabernden Bässen, in den USA groß gemacht. Richtig groß. Er remixt Lady Gaga, Snoop Dogg, die Black Eyed Peas oder arbeitet mit Korn zusammen, die während seines Auftritts am Coachella-Festival spontan die Bühne enterten. Mit erst vier EPs und noch keinem Album machte ihn MTV zum "Electronic Dance Music Artist of the Year", bei den diesjährigen Grammy Awards verließ er die Halle vollbepackt mit drei Auszeichnungen. Um den Hype auch als Liveshow entsprechend umzusetzen, tourt Skrillex mit einem riesigen, an den Achtzigerjahre-Kultfilm "Tron" erinnernden Bühnenaufbau, in dem er mit Laptop stehen wird.
Pyramidenspiele
Das Prädikat ausgeflippteste Liveshow macht aber Deichkind niemand streitig, bei denen kleine Pyramiden auf dem Kopf nur der Anfang sind. Und Justice stellen ihre Auftritte gerne ins Zeichen des Kreuzes, das die Franzosen seit ihrem ersten Album als Logo begleitet.
Noch ein Highlight neben Elektronik-Altmeister Richie Hawtin oder dem DJ-Set der kanadischen Electroclash-Exzentrikerin Peaches: Den Namen Totally Enormous Extinct Dinosaurs sollte man sich merken, auch wenn das eine Herausforderung ist. Frischer Elektro-House – der live gerne im Dinosaurierkostüm dargeboten wird. Da sage noch einer, Elektronik-Shows wären fad.









