Kraftakt von Metallica zum Finale
Mit Rock-Klassikern endete das von Wetterkapriolen gebeutelte Festival: Metallica hielten sich an Altbewährtes und ließen größtenteils das legendäre "Black Album" ertönen. Eine Huldigung an die gute alte Zeit.

Foto © APAJames Hetfield und Kirk Hammet
Mit einem Kraftakt ist in der Nacht auf Montag das achte Nova Rock Festival im burgenländischen Nickelsdorf zu Ende gegangen. Metallica mögen kein besonders origineller Headliner gewesen sein, sie erwiesen sich aber rasch als ein würdiger. Die US-Band ließ es dank eines speziellen Soundsystems besonders laut und klar krachen. Im Mittelpunkt der Darbietung stand das legendäre "Black Album", mit dem sich die Musiker 1991 zu Superstars gemacht haben. Das gab es in voller Länge zu hören - und zwar von hinten nach vorne. Es war die mitreißendste Show des dreitägigen Spektakels.
Da wurde nicht lange gefackelt: Nach dem obligaten Ennio-Morricone-Intro ging das Quartett zurück zu den Wurzeln, mit "Hit The Lights" machte ein wunderbar primitiver Song aus jener Zeit den Anfang, als Metallica unter Thrash- bzw. Speed-Metal geführt wurden. Frontman James Hetfield, wie immer eine Adrenalin ausstoßende "Rampensau" und in körperlicher Bestform, und seine Kollegen legten mit "Master Of Puppets" und "For Whom The Bell Tolls" noch zwei weitere Höhepunkte aus der glorreichen Vergangenheit nach, als Metallicas Platten noch revolutionär klangen und Relevanz hatten.
Zeit stehengeblieben
Es war fast so, als wäre die Zeit nach Veröffentlichung der schwarzen, eigentlich unbetitelten Platte stehen geblieben. Denn abgesehen von "Hell And Back" gab es keine Beiträge aus der jüngeren Vergangenheit. Vielmehr huldigte man jene Periode, als Metallica Zig-Millionen Tonträger verkauften. Die Reise zurück machte allerdings höllischen Spaß und lässt für die Zukunft hoffen. Das Areal vor der "Blue Stage" war zurecht prall voll und blieb es auch.
"The Struggle Within", der letzte Song auf dem "Black Album", stand zu Beginn der 20-Jahre-Jubiläums-Aufführung. Der Sinn: Die Mega-Hits "Enter Sandman" und "Sad But True", auf LP die ersten Nummern, weckten so am Schluss noch einmal die müdestens Besucher auf. Hetfield versprach und hielt: "Metallica gives you heavy, baby!" Dazwischen sorgte die Ballade "Nothing Else Matters" für Gänsehautstimmung unter den härtesten Kerlen.
Optischer Leckerbissen
Die Show war auch optisch ein Leckerbissen: viel mehr Licht als bei allen anderen Acts, eine spezielle Bühnenkonstruktion samt Snakepit (wo eine ausgewählte Schar ganz nah bei ihren Helden stehen konnte), Raketen, Entertainment pur. Dann die Zugaben: Ihr "One" ließen Metallica mit einem pyrotechnischen Großaufwand begleiten. Da hatte Bassist Robert Trujillo noch einmal Gelegenheit, seine mächtigen Bassläufe über das Areal zu wuchten. Kirk Hammett zerschnitt mit scharfen Gitarrensolos die Luft, um dann mit Hetfield ins markante Riff von "Seek & Destory" (vom Debüt) überzugehen.
Da fragte sich so mancher Rockfan, wo die Bands der Gegenwart sind, die in 20 Jahren ebenso souverän den Geburtstag eines Genre-Meilensteins feiern werden. Metallica jedenfalls waren eine Klasse für sich.













