Graz springt wieder
Der Auftakt ist geglückt, das springten eröffnete am Mittwoch den Festivalsommer in Graz. Die Konzerte auf den Schlossberg Kasematten waren ausverkauft.

Foto © KLZ | David Bauer
Überaus stimmungsvoll verabschiedete sich die Sonne am Mittwoch über der Murmetropole. Vom Regen großteils verschont pilgerten all jene, die sich ein Ticket für den Auftakt sichern konnten auf den Schlossberg. Das spring-Festival, mittlerweile eine der wichtigsten Plattformen für elektronische Musik in Europa, feiert sein zehnjähriges Bestehen.
Phonix und XBloome stimmten die ersten Gäste auf einen großen Abend ein. Denn auch wenn das diesjährige Line Up dem Laien ein großes Fragezeichen ins Gesicht zeichnet hat das spring-Team um Organisator Stefan Auer mehrfach bewiesen, dass auch oder vor allem abseits des Mainstream großes Kino geboten werden kann. Zudem hat sich das spring auch als Sprungbrett in kommerziell bedeutendere Dimensionen erwiesen - Gossip, die beim springnine musizierten, sind dafür der beste Beweis.
The Asteroids Galaxy Tour aus Dänemark starteten dann die Party mit schrillem Pop, der immer wieder ins Progressive abglitt. Die Stimme von Mette Lindberg erfrischte ob ihrer Eigenart, die Kasematten füllten sich zusehends. Die ebenfalls dänischen Herren von Turboweekend bereiteten dann mit tiefgehenden Loops und viel Gefühl die Bühne für den Act des Abends: Moderat aus Berlin. Das DJ-Triumvirat besteht zu zwei Dritteln aus Modeselektor und zu einem Drittel aus Apparat, der der epischen Klangwolke Stimme und phasenweise auch Gitarre lieh.
Weniger ist mehr
Die Visuals steuerte die Pfadfinderei bei, die einfache Motive wunderbar aufzubereiten wusste. Die ganze Show war penibel geplant, wirkte aber angenehm ungezwungen und begeisterte bis zum Schluss. Um 23:00 Uhr wurde die euphorisierte Menge dann auf die restlichen Locations losgelassen. Bespielt wurden etwa auch der Dom im Berg, das Orpheum oder die Postgarage, wo die Grazer VJ-Truppe Montage Sauvage Daniel Steinberg und Format B untermalte. Im Nebenraum verstörte der Exzentriker Cole Black im Latexanzug mit letztlich zu eintönigen Beats und dem Effektschredder über der Stimme.
Am heutigen zweiten Tag darf man sich unter anderem auf DJ Hell, Binder&Krieglstein, Ebony Bones, die Sofa Surfers oder Rainer Trüby freuen. Die Visuals in der Postgarage kommen von mindconsole, einem weiteren Beleg für eine überaus lebendige VJ-Szene in der steirischen Hauptstadt.










