Anleger hoffen auf Bob Dylan
Einst war Dylan die Symbolfigur der rebellischen Jugend, die gegen Vietnamkrieg und kapitalistische Ausbeutung protestierte. Heute ist er zu einem Investitionsobjekt für US-Anleger geworden.

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"'The Times They Are A-Changin'", sang Bob Dylan schon 1964. Und auch rund um die Folk-Ikone ändern sich die Zeiten.
Die Idee kommt von der Firma Sesac aus Nashville, Tennessee. Sesac hat die Rechte an der Übertragung der Musik vieler berühmter Künstler, allen voran Bob Dylan. Die Firma bereitet zurzeit Wertpapiere in der Höhe von 300 Millionen Dollar vor. Diese beteiligen die Investoren an den Songrechten und an den damit verbundenen Gewinnen. Mit dabei sind auch Popsänger Neil Diamond, die kanadische Rockband Rush und Jazzsängerin Cassandra Wilson.
Je öfter Dylans "Mr. Tambourine Man" also im Radio dudelt, desto sicherer ist die Anlage.
Der richtige Zeitpunkt
Der Zeitpunkt für die neue Wertpapier-Aktion ist gut gewählt. Viele Investoren wissen nicht mehr, wie sie ihr Geld anlegen sollen: Aktien sind zu unsicher, Gold viel zu teuer und mit Staatsanleihen verdient man kein Geld mehr. Der zeitlose Erfolg der berühmten Musiker schürt dagegen hohe Erwartungen. Außerdem soll die fünfjährige Anleihe mit 5,25 Prozent verzinst werden. Vergleichbare US-Staatsanleihen geben gerade einmal 0,7 Prozent her.
Die Investmentbank Goldman Sachs deckt sich bereits kräftig mit Dylan-Bonds ein. Den reichen Musikfans ist dabei wohl egal, dass die Ratingagentur Standard & Poor's mehr als skeptisch ist und die Papiere mit "BBB-" einstuft - eine Stufe über Schrottstatus.
Was die Zukunft für die Anleger bereithält, weiß nicht einmal Dylan selbst. Der singt auch nur: "The answer is blowin' in the wind."

















