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Zuletzt aktualisiert: 21.09.2011 um 20:30 UhrKommentare

20 Jahre "Nevermind": Die Revolution in Moll

Nirvanas zweites Album "Nevermind" breitete sich vor 20 Jahren wie ein Flächenbrand über die Musiklandschaft aus und veränderte fast alles.

Foto © AP

I ch fühle mich wie der größte Pornostar der Welt", gab Spencer Elden vor Jahren in einem Interview bekannt. Er war drei Monate alt, als er für das Cover von Nirvanas zweitem Album "Nevermind" fotografiert und damit Teil einer musikalischen Revolution wurde. Ab dem 24. September 1991 änderte sich die Musikwelt radikal. Sänger und Gitarrist Kurt Cobain, dieser geheimnisvolle Anti-Rockstar mit dem stets präsenten Hang zur Selbstzerstörung, wurde über Nacht zum Sprachrohr der MTV-Generation.

Die Jugend hatte genug von den politischen und gesellschaftlichen Problemen der frühen 1990er Jahre und erkor "Nevermind" zum akustischen Ventil ihres Protestes. Medial inszenierte Glamour- und Glitzerbands wie etwa Europe hatten ausgedient. Das Grunge-Manifest "Nevermind" war dreckig, ehrlich und direkt. Es strahlte Verzweiflung aus, war aber trotzdem massentauglich und devastierte damit seine eigene musikalische Bewegung.

Unerwarteter Erfolg

In ihrer Heimat Seattle setzten Nirvana bereits mit dem aggressiven Debütalbum "Bleach" (1989) eine Duftmarke. "Nevermind" machte zerfetzte Jeanshosen und Flanellhemden salonfähig, zeigte Nirvana aber die eigenen Grenzen auf, da sie mit dem ungeplanten Erfolg nicht zurechtkamen. Mehr als 30 Millionen Mal verkaufte sich das Album bis heute. Mit der in f-Moll komponierten Singleauskoppelung "Smells Like Teen Spirit" mutierten Nirvana zu den Beatles der "Generation X". Jeder frustrierte Teenager konnte dem Establishment die Textzeilen des Albums entgegenspucken.

Doch der Glanz bröckelte. Mit dem bewusst rohen "In Utero" (1993) kämpften Nirvana gegen den Mainstream an, Kurt Cobain schied im April 1994 aus dem Leben. Mit ihm verblichen der Grunge und ein gewichtiges Kapitel Musikgeschichte. Die Neuauflagen von "Nevermind" zeigen aber, dass der Kult noch heute ungebrochen ist.

ROBERT FRÖWEIN

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