Skunk Anansie: Exakt, brachial, wütend auf den Kasematten
Deborah Anne Dyer alias Skin ist ein lebendes Bespiel dafür, was man(n) unter dem Begriff einer so genannten Powerfrau verstehen kann. Nun war sie in Graz.
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Die exzentrisch agierende, optisch auffällige, aber dennoch äußerst sympathische Sängerin von Skunk Anansie bricht wie eine Urgewalt auf das erwartungsfrohe Publikum herein und fesselt in Folge neunzig Minuten lang mit ihrer grandiosen Darbietung.
Skin fegt vom ersten Ton an wahrlich über die Bühne, singt, schreit sich förmlich die Seele aus dem Leib und lässt sich von den jubelnden Fans tatsächlich auf Händen tragen - unfallfrei von der Bühne bis zum Mischpult und wieder retour! Abschließend steht sie gar mitten im tobenden und tosenden Fanmeer und setzt noch einmal schier unglaubliche Energie frei.
Dabei kann sich das 44-jährige kahlköpfige Energiebündel auf das sichere musikalische Fundament der drei Herren von Skunk Anansie voll und ganz verlassen. Selbst optisch halten sich Bassist Cass Lewis mit seiner langen Rastamähne und Schlagzeug-Berserker Mark Richardson mit auffälliger Irokesenfrisur und imposantem Oberkörper wirklich nicht zurück.
Auszeit
Exakt, treibend, brachial - durchaus auch wütend - brettern Skunk Anansie mehr oder weniger mit Vollgas durch ihr Repertoire. Vom knallenden Opener "Yes It's Fucking Political" bis zum Überhit "Hedonism (Just Because You Feel Good)" passt einfach alles stimmig zusammen.
Gut, dass sich Skunk Anansie 2009 nach acht Jahren Auszeit zu einer Reunion entschieden haben. Kreativität hat das Londoner Quartett hör- und sichtbar mehr als genug. Wirbelwind Skin wandelte zwischenzeitlich auf Solopfaden, während Bassist Cass mit dem heuer verstorbenen Gitarrengiganten Gary Moore die Powerformation Scars ins Leben gerufen hatte.
Doch alles Schnee von gestern. Die Songs des Comeback-Silberlings "Wonderlustre" fügen sich nahtlos in den rasanten Konzertablauf ein. Und dass das neue Werk angenommen wurde, beweist die Textsicherheit der mitsingenden Fans. Skin bedankt sich übrigens via Twitter für das Graz-Konzert, das erste für Skunk Anansie in einem (ehemaligen) Gefängnis. Bleibt die Frage, wie sich bei dieser gebündelten Kraftpräsentation von Skunk Anansie der Hut von Gitarrist Martin Ivor Kent vulgo Ace auf seinem angestammten Platz halten konnte.















