Mixtape 2010: Ausflug in den Gemischtwarenladen
Die Definitiven, zumindest für den Autor: Zeit nehmen, zurücklehnen, genießen, herumspringen - der Musikgeschmack der Redakteurin darf gepriesen und verflucht werden. Das ist der Soundtrack von 2010 von Melanie Gaugl. Viel Vergnügen.

Foto © Maksim Pasko / Fotolia
1. Antony & The Johnsons – Thank you for your love"
Er war, ist und wird es immer sein: Die Nummer eins. Diesen Herbst beglückte uns Antony Hegarty mit seinem vierten Album "Swanlights". Die erste Single "Thank you for your love" ist gleichzeitig der Song des sonst sehr ruhigen Albums, der am ehesten an Antonys Anfangszeiten erinnert.hier.
2. You Say Party! We Say Die! - "There is XXXX (Within My Heart)"
2010 war ein Schicksalsjahr für die kanadische Dance-Punk"-Band mit dem Namen You Say Party! We Say Die!. Im Frühjahr starb der Schlagzeuger der Band überraschend an einer Hirnblutung. Die Band entschied sich schließlich schweren Herzens und auch im Gedenken an Schlagzeuger Devon Clifford dazu, ihr bisher stärkstes Album "XXXX" herauszubringen und auch als Band bestehen zu bleiben. "There is XXXX (Within My Heart)" ist ein wunderbar tanzbarer und gleichzeitig melancholischer Hit des Albums.
3. The Miserable Rich – "Let me fade"
Man munkelt, dass The Miserable Rich der momentan spannendste Import der grünen Insel sein soll und wer die Band live erleben durfte, wird dem wahrscheinlich auch zustimmen. Zweimal hatte man in Graz dieses Jahr die Chance, die Band bei Auftritten der Konzertveranstalter "Platoo" auf der Bühne zu sehen. "Let me fade" ist der einzige Trennungssong der Band und auf deren zweitem Album "Of Flight and Fury" zu finden. Im Video kann man Herr und Frau Eichhörnchen dabei beobachten, wie sie dem Ende ihrer Ehe ins Auge sehen.
4. The National – "Bloodbuzz Ohio"
Auf dieses Album haben wir alle gewartet: "High Violet" von The National. Es ist das vierte und das so genannte Durchbruch-Album der Band und Bloodbuzz Ohio ist die erste Single der durchwegs überzeugenden Platte. Grazer Konzertbesucher hatten diesen August die einmalige Gelegenheit, die Band bei einem Auftritt in den Kasematten zu bewundern.
5. Die Sterne – "Life in Quiz"
Die Veteranen der Hamburger Schule "Die Sterne" veröffentlichten dieses Jahr ihr bereits neuntes Studioalbum "24/7" und überraschten mit einem drastischen Kurswechsel: statt Gitarren-betontem Indie-Sound gibt es nun beat-lastige Disco-Stücke auf die Ohren. Funktioniert! Sowohl auf Platte als auch auf der Bühne.
6. M.I.A. - "XXXO"
"XXXO" stammt von M.I.A.s drittem Album "Maya", das im Frühjahr 2010 erschien. Die 35-jährige Sängerin Maya Arulpragasam stammt ursprünglich aus Sri Lanka und ist nicht nur als Musikerin, sondern auch als Künstlerin erfolgreich. Immer wieder fällt ihr Name auch im Zusammenhang mit Menschenrechtsdiskussionen, denn nicht nur in ihren Songs und Videos macht sie sich gegen Rassismus und Gewalt stark.
7. Duck Sauce – "Barbara Streisand"
Dieser Song fällt eindeutig unter die Kategorie "Ironisches Lieblingslied": So sinnfrei, dass es schon wieder lustig ist. Zu simplem aber doch eingängigem Disco-Sound wird Barbara Streisands Name skandiert. Da kann man auch in den frühen Morgenstunden noch mitsingen.
8. Rox – "My Baby left me"
Die Halb-Iranerin-Halb-Jamaikanerin fand fast unfreiwillig zur Musik: im Kirchenchor stellte sie ihr stimmliches Talent als erstes unter Beweis. Und statt in ihrer Jugend zu rebellieren, studierte die jetzt 21-jährige lieber Tonleitern. Im Frühjahr 2010 erschien ihr Debüt-Album "Memoirs" und viele Kritiker sahen in ihr den neuen Soul-Star mit der Kredibilität einer Lauren Hill. "My Baby left me" ist die erste Single des Albums.
9. The Arcade Fire – "We Used to wait"
Das siebenköpfige Ensemble hat dieses Jahr eines der besten Alben abgeliefert und auch die sehr hoch geschraubten Erwartungen der Kritiker nicht enttäuscht. "The Suburbs" ist ihr drittes Werk und nach einem kritischen Ausflug zu politischen Themen auf dem Vorgänger Neon Bible, beschäftigen sie sich nun wieder mit emotionalen und menschlichen Themen. Als Hörprobe gibt es eine Live-Version des herausragenden "We used to wait".
10. Stornoway – "Zorbing"
Stornoway ist ein typisches Indiepopquartett bestehend aus Gitarre, Schlagzeug und Bass. Gelegentlich holen sie sich Keyboards und Streicher zur Unterstützung und auf ihrem Debütalbum "Beachcomber`s Windowsill" wird das ganze noch von Banjos, Trompeten und heiteren Chorgesängen verfeinert. Die Band kann zwar nicht von sich behaupten, einen neuen Musikstil zu begründen, dennoch haben sie uns dieses Jahr ein Album beschert, dass vor "Nettigkeit" nur so strotzt. Die Single "Zorbing" stellt das unter Beweis.

















