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Zuletzt aktualisiert: 17.07.2010 um 11:43 UhrKommentare

Abschiedskonzert von A-ha als fantastische Zeitreise

Etwa 3.500 Leute waren gekommen, um das Österreich-Konzert der Abschiedstournee "Ending on a high note" zu sehen - fast zwei Stunden Pop vom Feinsten machten den Abend zum unvergesslichen Erlebnis.

Der ewig junge Morten Harket

Foto © APDer ewig junge Morten Harket

Mit einer fantastischen Zeitreise verabschiedeten sich die Norweger A-ha nach 25 Jahren am Freitagabend auf Burg Clam in Oberösterreich von ihren Fans. A-ha nahmen die Fans mit auf eine Zeitreise, beginnend beim neuesten Stück "Butterfly, butterfly" bis hin zu ihrem ersten Nummer-Eins-Hit "Take on me" als allerletzte Zugabe. Dazwischen lagen mit "Foot of the mountain", "Analogue" oder "Minor earth major sky" die neueren Stücke - entstanden ab 2000, nachdem sich Morten Harket (51), Magne "Mags" Furuholmen (48) und Pal Waaktaar-Savoy (49) eine längere Pause von A-ha gegönnt hatten.

Dann erklingt "Stay on these roads" und Lichter blitzen auf im Publikum, echte Feuerzeuge, die Fans kennen jede Zeile und singen lauthals mit, "The Living Daylights" kommt füllig und bombastisch, nun folgt Hit auf Hit, kraftvoll und geschmeidig, auch nach 25 Jahren spielt Spaß mit. An der Rollenverteilung hat sich nichts geändert: Pal Waaktaar-Savoy zupft seine Gitarre, hält sich zurück, Mags Furuholmen spielt Keyboards, unterhält die Fans, macht Ausflüge an Drums und Gitarre, und Morten Harket singt und ist schön - die Zeit bleibt stehen.

Harkets Kopfstimme hat immer noch die Kraft von früher und verleiht dem Sänger die Charakteristik, die ihn seit den 1980er Jahren unverwechselbar macht, vor allem wenn er die Töne glasklar und unendlich lange hält, der Synthie-Sound der Band hat an Stärke und Bombast gewonnen. Karl-Oluf Wennerberg am Schlagzeug und Erik Ljungren an Keyboards und Bass begleiten sehr solide, die Videos an der Wand untermalen die Lieder perfekt, Blut tropft, Wale schwimmen, Fjordlandschaften verzaubern.

Mit "And you tell me" schaffen A-ha einen berührenden, fast intimen Moment, bevor sie weitere Hits ihrer ersten beiden Alben spielen. "Manhattan Skyline", "I've been losing you", "Cry Wolf" - Frauen jenseits der 30 kreischen lauter als wildgewordene Teenager, A-ha waren schon Boyband bevor der Begriff - und mit ihm austauschbare Casting-Grüppchen - kreiert wurde. Und sie sind es immer noch, zwar sind aus den Burschen Männer geworden, das Alter merkt man aber weder Morten noch seinen Kollegen und schon gar nicht deren Kehrseiten an, nur die Lederbandln an den Handgelenken fehlen.

Die sieht man auf der Poster-Revue vor den Zugaben, genau so wie schmachtende Blicke und glasige Augen im Publikum, doch auch die anwesenden Männer scheinen gefangen von der Band - "Hunting high and low", "The Sun always shines on TV" - "Take on me" - "Danke, Auf Wiedersehen", wir sind im Jahr 1985 angelangt, ein fulminantes Konzert dreier Künstler, die eine Generation Teenies geprägt haben und sie als Erwachsene immer noch begeistern können, endet und hinterlässt ausschließlich schöne Erinnerungen und eine unverwechselbare Kopfstimme im Ohr.

Ulrike Breit/APA

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