Mechanize oder die Hymne für den Frühjahrsputz
Es ist neu, klingt altbekannt, aber trotzdem nicht altbacken: Fear Factory sind wieder zurück und beweisen, dass Omas Knödel halt immer noch die besten sind.

Foto © myspace.com/fearfactory
Es ist zwar nicht wissenschaftlich erwiesen, aber würde sich die Wissenschaft endlich einmal die Mühe machen, hätten wir es Schwarz auf Weiß: Fear Factory machen immer noch die beste Begleitmusik für Herztransplantationen aller Art. Mensch und Maschine, Mensch gegen Maschine, Mensch mit Maschine - das Grundkonzept ist nicht neu, bleibt aber weiterhin des Homo Fear Factorycus bevorzugte Spielwiese.
Metallene Familienaufstellung
Alles beim Alten scheint das neue Dogma der Kalifornier zu sein: Gekracht es hat wohl, allerdings weniger im Proberaum, denn in der Beziehung zwischen Gitarrist/Hauptsongwriter Dino Cazares und Sänger Burton C. Bell. Eine Familienaufstellung später und es blühen zwischen dem Duo wieder die Rosen. Der musikalischen Hochzeitsreise ist nun auch ein Kindlein entsprungen - mit "Mechanize" will man wieder an alte Erfolge anknüpfen, aber wird man?
Würde man Arzt oder Apotheker zu Risiken und Nebenwirkungen befragen, wäre die Antwort ziemlich einfach: Das Risiko für Fear Factory war gleich Null, Nebenwirkungen in Form von Hymnen - wie etwa "Replica" - sind so gut wie gar nicht vorhanden. Stellt sich doch die Frage warum ist Dino Cazares nicht gleich im Vorgarten seines Stammlokals Rainbow sitzen geblieben? Die Antwort ist einfach, weil Fear Factory in der Metalwelt eben zu jenen 15 Prozent gehören, die in der Weiterentwicklung der Musik durchaus etwas geleistet haben. Deshalb hat "Mechanize" ein Lebensrecht und Fear Factory seine Daseinsberechtigung.
Musikalisch liefern Fear Factory mit "Mechanize" das ab, was am Bestellschein jedes eingefleischten Fans steht: Riffs so scharf wie ein Skalpell, flackernde Rhythmen wie das Ganglicht auf dem Weg zum Pathologen und Thrash-Shouts wie Oma sie sicher nicht mag. Was aber ganz nach Omas Geschmack ist: Die eigenen Knödel sind halt immer noch die besten - und Recht hat sie.
7.0/10

















