Vom Ostberliner Husten
Ausgebrannte Liebeserklärung: Die Skandalrocker Rammstein gastierten in der ausverkauften Wiener Stadthalle.

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Im Prinzip haben Rammstein mit ihrem dritten Album "Mutter" 2001 alles gesagt, was es für sie offensichtlich zu sagen gibt. Danach fiel ihnen nicht mehr viel ein, und umso erstaunlicher ist es, dass die alten Reflexe immer noch funktionieren: Die Ostberliner müssen nur einmal in den Wald husten, und schon fangen die Boulevardblätter an zu rascheln.
Das führt sogar soweit, dass die aktuelle CD "Liebe ist für alle da" in Deutschland auf dem Index steht - eine "Ehre", die rein musikalisch betrachtet wohl kaum gerechtfertigt wäre. Dennoch wird das Werk beim Konzert in der ausverkauften Wiener Stadthalle fast zur Gänze bei ohrenbetäubender Lautstärke heruntergeklopft.
Echo des Größenwahn
Die Show orientiert sich am Größenwahn früherer Produktionen, doch sie wirkt wie ein Echo vergangener Glanztaten: Die Band schiebt Dienst nach Vorschrift, es knallt und kracht an allen Ecken und Enden, makabre Späßchen wie ein in Flammen gebadeter Keyboarder sorgen für humoristische Farbtupfer - doch all das kennt man in dieser oder ähnlicher Form bereits und unterstreicht die Ideenarmut, unter der die Marke Rammstein mittlerweile leidet.
Da können bei "Wiener Blut" (genau, der Josef F.-Song) noch so viele Plastik-Föten explodieren: Das Schockierendste an diesem Abend bleibt die Gesangsleistung von Till Lindemann. Die 15.000 Fans sind trotzdem restlos aus dem Häuschen und viele, die keine Karten bekommen haben, stehen mit traurigen Mienen vor der Halle. Liebe ist eben doch nicht für alle da.
















