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    Zuletzt aktualisiert: 17.12.2009 um 12:21 UhrKommentare

    Kultserie "Die Simpsons" wird 20

    "Die Simpsons" sind Kult. Mit rund 450 Folgen ist die Zeichentrickserie um die glupschäugige gelbe Familie die am längsten laufende und erfolgreichste Comedy-Serie der Welt.

    Weltweit eine riesige Fangemeinde: Die Simpsons

    Foto © APWeltweit eine riesige Fangemeinde: Die Simpsons

    Auch im deutschsprachigen Raum haben Homer, Marge, Bart, Lisa, Maggie und die 300 übrigen Bewohner des fiktiven Städtchens Springfield seit Anfang der 90er Jahre eine stetig wachsende Fangemeinde. Nach der ersten TV-Folge am 17. Dezember 1989 etablierte sich der hintergründige Humor und ätzende Spott in Windeseile - heute feiern die Helden nun ihren 20. Geburtstag.

    Dass es einmal so weit kommen würde, haben zu Beginn wohl die wenigsten geglaubt. Die Serie hatte 1987 in 30-sekündigen Kurz-Spots bei der "Tracey Ullman Show" ihren Ursprung, bei der auch Dan Castellaneta und Julie Kavner regelmäßig mitwirkten. Die beiden Schauspieler übernahmen damals die Sprechrollen für Homer und Marge und sollten diese bis heute nicht mehr loswerden. Zu dieser Zeit bis inklusive der ersten Staffel, konstatierte Castellaneta, basierte die Stimme für Homer Simpson auf jener von Walter Matthau.

    Dass die typische US-amerikanische Arbeiterklassen-Familie ganz in Gelb auf den Bildschirmen auftauchte, war ein Einfall von "Simpsons"-Schöpfer Matt Groening. Damit sollten "channel hoppers" auf Fox gehalten werden. Der Sender strahlte die Zeichentrickserie von Beginn an aus und wurde nicht selten selbst Opfer der Drehbuchschreiber. Am 17. Jänner 2003 verkündete Fox die Verlängerung der Serie - damit wurden "Die Simpsons" die am längsten laufende Comedy-Serie in der US-Geschichte. Im Bereich der animierten Serien waren zuvor die "Feuersteins" (1960) mit einer Laufzeit von sechs Staffeln am erfolgreichsten gewesen, die "Simpsons" sind derzeit in der 21. Staffel.

    Für Millionen Menschen in mehr als 90 Ländern prägt die chaotische TV-Familie das Bild Amerikas. Es gibt unzählige Fanclubs in aller Welt, ein eigenes Wissenslexikon im Internet, das "Simpsonspedia" heißt, und eine schier unüberschaubare Flut von Artikeln aus dem Reich der Simpsons - von Comics über Videospiele bis zu T-Shirts, Kaugummis und sogar Nudeln.

    Mehr als 2,5 Milliarden Dollar soll der Sender Fox inzwischen mit der Anarcho-Familie verdient haben - die 527 Millionen Dollar aus dem gleichnamigen Kinohit von 2007 noch gar nicht mitgerechnet. Wissenschafter versuchen das Erfolgsgeheimnis der Serie zu ergründen, die auf unterschiedliche Weise Kinder wie Erwachsene anzieht.

    "Unterhalten und untergraben, das ist mein Motto", sagt der inzwischen 55-jährige Groening. Nach diesem Grundsatz nehmen die Macher alles aufs Korn, was der US-Mittelstandsgesellschaft lieb und heilig ist: Die Politiker in Homers Reich sind korrupte Gauner, die Lehrer faule Säcke und sein Chef im Atomkraftwerk ein böser Kapitalist. Autoritäten werden in Frage gestellt, doppelbödige Moral entlarvt. "Nehmt nicht mich!", ruft Homer einmal, als Aliens ihn entführen wollen. "Ich habe Frau und Kinder! Nehmt die!"

    Mit Preisen überschüttet

    Die Serie wurde mit Preisen überschüttet - sie kann allein 26 Annie Awards für Animationsfilme und 24 Emmy-Fernsehpreise vorweisen. Im Jahr 2000 erhielten die Simpsons einen Stern auf dem Hollywood-"Walk of Fame". Und die Größen der US-Unterhaltungsindustrie stehen Schlange, um in der Kult-Reihe als Comicfigur aufzutreten. Zu den prominenten Gästen gehören bisher etwa Bono und Mick Jagger, Bill Clinton und Stephen Hawking, Liz Taylor und Meryl Streep. Popstar Michael Jackson schrieb 1990 an Barts Single "Do The Bartman" mit. Und sogar der sonst nie sichtbare US-Autor Thomas Pynchon erklärte sich zu einem animierten Auftritt bereit - er erschien inkognito, mit Papiertüte über dem Kopf.

    Längst ist es nicht mehr nur Matt Groening, sondern ein ganzes Team von Künstlern und Autoren, das die beliebte Mischung aus Klamauk, hanebüchenen Witzen und bitterbösem Humor anrührt. Neben der längsten Laufzeit und den meisten Gastauftritten hält die Serie zudem auch den Rekord bei den meisten Filmzitaten. So geisterte bei den "Simpsons"-Machern lange der Witz herum, alleine mit den Zeichentrick-Hinweisen auf "Citizen Kane" könnte eine animierte Fassung des Films von Orson Welles rekonstruiert werden. Auch Stanley Kubricks "2001: A Space Odyssey" oder "The Shining" sind oft zitiert worden, ebenso wie Francis Ford Coppolas "Der Pate".

    Donald Sutherland spielte übrigens 1975 in "The Day of the Locust" eine Figur namens Homer Simpson, weswegen er einmal mit einem Gastauftritt in der Show belohnt wurde. Die meisten Namen aus der Serie stammen jedoch von Verwandten von Matt Groening bzw. Straßennamen aus dessen Heimatstadt Portland (Oregon), z.B. Flanders oder Lovejoy. Apropos Namen: Groening hat sich in der Hauptfigur der Serie, Homer, in jeder Folge selbst verewigt: Sieht man Homer von der Seite, bildet das Zick-Zack seiner Haare ein "M", während sein Ohr wie ein "G" geformt ist - die Initialen des Schöpfers.

    Neben den gesellschaftskritischen Gags in der Serie sind vor allem einige Aussprüche ihrer Protagonisten bekannt geworden: Homers "Trademark" ist der Aufschrei "D'oh!" mit gleichzeitigem Klopfen mit der Hand auf die Stirn. Der Ausdruck, ursprünglich von Laurel & Hardy übernommen, hat es mittlerweile ins Oxford Dictionary geschafft. Barts erste Worte lauteten "Ay Caramba!", sein Schimpfspruch "Eat my shorts!" wurde vor einigen Jahren immerhin zur drittbesten TV-Phrase gewählt. Lisas erstes Wort in der Show war übrigens "Bart", und Maggies erstes Wort lautete "Daddy". Dies wird auch im Kinofilm parodiert, wo es im Abspann heißt, Maggies erstes Wort sei "Fortsetzung".

    Eine Fortsetzung auch im Kino dürfte indes tatsächlich nicht so unwahrscheinlich sein. Die Hauptsprecher haben in ihren Verträgen laut der Online-Filmdatenbank "imdb.com" eine Klausel, dass sie für drei Kinofilme zur Verfügung stehen müssen. Und auch nach 20 Jahren präsentiert sich die gelbe Familie ohnedies so frech, aufmüpfig und anarchisch wie eh und je.


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