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Zuletzt aktualisiert: 30.11.2009 um 14:13 UhrKommentare

Jüdisches Museum: Spera soll das "Schatzkästchen" in lichte Höhen führen

Die "Zeit im Bild"-Moderatorin Danielle Spera wird ab 1. Juli 2010 das Jüdische Museum der Stadt Wien leiten. Spera selbst will das Haus öffnen: "Judentum soll erlebbar gemacht" und die "Schwellenangst genommen" werden.

Danielle Spera

Foto © APA/ORF/GOEK Photographie, Sendung: Danielle Spera

Die ORF-Moderatorin Danielle Spera (52) übernimmt ab 1. Juli 2010 die Leitung des Jüdischen Museums der Stadt Wien. Das wurde Montagvormittag offiziell bekanntgegeben. Spera folgt auf Karl Albrecht-Weinberger, der seit 1998 künstlerischer Leiter des in die städtische Wien-Holding eingegliederten Hauses ist und dessen Vertrag kommendes Jahr ausläuft.

Mit der Wahl von Danielle Spera als neue Direktorin des Jüdischen Museums Wien möchte man das "Schatzkästchen" einer breiteren Öffentlichkeit bekanntmachen, betonte Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) heute, Montag, gegenüber der Presse. Spera habe mit ihrem Konzept, ihrem persönlichen Hintergrund und ihren Erfahrungen in Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus unter den 14 Bewerbern überzeugt. "Ich verfolge dieses Haus von Anfang an mit großer Begeisterung - ich war nur immer traurig, dass ich meistens alleine hier war", so die künftige Museumsdirektorin, deren Vertrag ab 1. Juli 2010 für fünf Jahre läuft.

"Fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit"

Das Judentum sei in seiner Kultur und Religion "ein ganz persönliches Anliegen" für sie, das Museum mit seinen 15.000 Objekten, der "wunderbar sortierten Buchhandlung" und dem "kuratorisch sehr gut aufgestellten Team" sei gut geführt worden, "nur leider fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit", so Spera. Dies wolle sie "mit großer Leidenschaft" ändern: Neue Publikumsschichten, vor allem in der nicht-jüdischen Bevölkerung, soll "Judentum erlebbar gemacht" und die "Schwellenangst genommen" werden, Jugendliche durch gezielte Schulprojekte angesprochen, und stärkere Anreize für Touristen, etwa durch eine "Begleitung bei der Spuren- und Wurzelsuche in Wien", geschaffen werden. "Die Touristen suchen das jüdischen Wien, sie sollen dabei nicht zufällig hier vorbeikommen", so Spera, die auch im Internet verstärkt Präsenz zeigen, einen eigenen Weblog führen und das Museum in Social Networks einklinken möchte.

Kooperationen plant die Journalistin, die "sehr gute Kontakte" sowohl zur jüdischen Gemeinde in Wien, aber auch in Miami, Los Angeles und New York pflegt, mit internationalen jüdischen Museen, denkt aber auch eine Zusammenarbeit etwa mit dem Filmarchiv, dem Ö1-Archiv oder dem Zoom-Kindermuseum an. "Nicht nur Objekte" ausstellen, so das Motto, unter dem das Museum auch bei Veranstaltungen und Diskussionen als Plattform für jüdisches Leben in Wien fungieren möchte. Sie selbst wolle im Haus, "anwesend sein, spürbar sein", erklärte Spera. Ihr Ausstiegsszenario beim ORF sei noch nicht besprochen worden, "ich habe ja erst gestern Abend erfahren, dass ich bestellt werde."


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