Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
22. Mai 2013 01:42 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren
Zuletzt aktualisiert: 11.12.2009 um 18:57 UhrKommentare

Karikaturen von Manfred Deix empören Kirche

Wiener Diakone sehen in zwei Karikaturen von Manfred Deix einen Verstoß gegen das NS-Verbotsgesetz. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Manfred Deix unter Beschuss

Foto © APAManfred Deix unter Beschuss

Zwei Karikaturen von Manfred Deix haben mehrere Diakone der Erzdiözese Wien veranlasst, der Staatsanwaltschaft Wien eine Sachverhaltsdarstellung zu übermitteln. Wie es am Freitag in einer Aussendung der Erzdiözese heißt, verweisen Andreas Frank, Max Angermann und Gerhard Sarman darauf, "dass in den Deix-Karikaturen zum Thema 'Gott' (12. November) bzw. 'Kruzifix' (19. November) u.a. auch gegen das NS-Verbotsgesetz verstoßen wird; außerdem würden religiöse Lehren herabgewürdigt (Paragraf 188 Strafgesetzbuch)." Erschienen sind die Zeichnungen in "News". Der Karikaturist war für eine Stellungnahme vorerst nicht zu erreichen.

Auf der Karikatur vom 19. November (Bildzeile: "Entwurf für ein multikulturelles Kompromisskreuz") wurden Aussendung Symbole von Christentum, Islam und Buddhismus mit den Symbolen zweier Totalitarismen - Nationalsozialismus (Hakenkreuz) und Kommunismus (Hammer und Sichel) - zusammenmontiert. Die Diakone betonen dazu: "Dadurch, dass das Symbol des Nationalsozialismus kritiklos auf eine Stufe mit den Symbolen von Weltreligionen gestellt wird, erscheint auch die verbrecherische NS-Ideologie gesellschaftlich quasi rehabilitiert, neu anerkannt bzw. verharmlost".

Es handle sich bei der Sachverhaltsdarstellung nicht um eine Aktion der Erzdiözese, sondern um "eine Initiative der Diakone, die in ihren Kontakten mit Gläubigen öfters darauf angesprochen wurden", stellte der Sprecher der Erzdiözese Wien, Erich Leitenberger, gegenüber der APA klar. Normalerweise würde zu einer Veröffentlichung dieser Art nicht Stellung genommen, "doch hier ist eine Schwelle überschritten worden".

In einer Aussendung wird darauf hingewiesen, dass "viele Christen, angefangen von einem Franz Jägerstätter oder einem Dietrich Bonhoeffer" ihr Leben hingegeben hätten, "weil es mit menschenverachtenden Ideologien wie dem Nationalsozialismus nie einen Kompromiss geben kann". Die Deix-Karikatur "Entwurf für ein multikulturelles Kompromiss-Kruzifix" vom 19. November stelle daher auch eine "unglaubliche Verhöhnung" zigtausender Opfer von Nationalsozialismus und Kommunismus dar.

Durch die Deix-Karikaturen hätten sich viele gläubige Menschen in ihren religiösen Gefühlen verletzt gefühlt. Was Deix gezeichnet habe, sei eine "visuelle Rücksichtslosigkeit", die auch mit der Freiheit der Kunst nicht begründet werden kann, sondern eine "Grenzüberschreitung" gegen die großen Religionen insgesamt darstellt.


Schreiben Sie mit!

Foto: Robert Riedl

Autor Robert Riedl entwickelt gemeinsam mit Leserinnen und Lesern der Kleinen Zeitung einen mehrbändigen Jugendroman im Internet. Schreiben Sie mit!

Bestelltipps

Jack Nicholson in "Besser geht's nicht" über einen zwangsneurotischen Autor in Manhattan | Foto: ORF

Klassiker und neue Filme über reale und fiktive Autoren.



Bibliothekenführer

APA

KLEINE.tv

Joanneum: Die Welt vor 11,5 Millionen Jahren

Etwas mehr als 11,5 Millionen Jahre ist die fünf Meter lange Wasserficht...Bewertet mit 1 Stern

 

Fotoserien

Literaturnobelpreis an Herta Müller 

Literaturnobelpreis an Herta Müller

 


Seitenübersicht

Zum Seitenanfang