Hrdlicka auf Wiener Zentralfriedhof beerdigt

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Im Beisein von Bundespräsident Fischer und Wiens Bürgermeister Häupl sowie einer großen Zahl von Vertretern aus Politik und Kultur ist am Samstagmittag der am 5. Dezember 81-jährig verstorbene Bildhauer Alfred Hrdlicka auf dem Wiener Zentralfriedhof zu Grabe getragen worden. Religiöse und politische Lieder umrahmten die von Dompfarrer Toni Faber geleitete Abschiedsfeier.
Dichter Schneefall begleitete den letzten Weg des Künstlers, der im Grab seiner ersten Frau Barbara beigesetzt wurde. Dieses Grab wurde nun von der Stadt Wien ehrenhalber gewidmet. Alfred Hrdlicka wurde in einem rot lackierten Sarg offen aufgebahrt, eine daneben aufgestellte große Bronzefigur sowie Hammer und Meißel erinnerten an das umfangreiche bildhauerische Werk des streitbaren Künstlers, dessen ebenso unbeugsames wie kontroversielles Leben und Schaffen im Mittelpunkt der Trauerreden stand.
Ex-Vizekanzler Molterer würdigte den "radikal gelebten und gedachten Humanismus" im Werk Hrdlickas. Wiens Kulturstadtrat Mailath-Pokorny erinnerte daran, dass der Name Hrdlicka Turteltaube bedeute, doch "so überhaupt nicht Programm" für dessen Leben gewesen sei: "Er war ehrlich bis zur Rücksichtslosigkeit. (...) Nicht er suchte die Konflikte, sondern sie wurden an seinen Werken sichtbar." "Er war im besten Sinn ein republikanischer Künstler", sagte der deutsche Bundestagsabgeordnete Lafontaine. "Sein Vermächtnis heißt: Nicht müde zu werden im Kampf um eine gerechtere, um eine freiere Gesellschaft".
Auch Hrdlickas letzte Ruhestätte wurde vom Künstler selbst gestaltet. Auf dem Grab thront unter anderem ein bronzener Frauentorso, der sich mit dem Tod vereinigt. Viele der Skulpturen Alfred Hrdlickas werden im öffentlichen Raum auch künftig an sein Schaffen erinnern, ab 23. Juni 2010 wird sich in der Orangerie des Unteren Belvedere unter dem Titel "Schonungslos" eine Ausstellung mit dem "schonungslosen Humanismus" seines Werks auseinandersetzen.











