Salzburger Festspiele: Massive Kritik und 99 Ideen für Reformen
Der Rechnungshof hat in Salzburg seine bereits im Vorjahr bekanntgewordenen Kritikpunkte über den Salzburger Festspielfonds dargelegt. In dem Prüfbericht wurden "massive Mängel" in den Bereichen interne Revision, Controlling und Rechnungswesen aufgelistet.

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Massive Kritik am Rechnungswesen der Salzburger Festspiele bzw. des Salzburger Festspielfonds übte der Rechnungshof (RH) gestern bei einer Pressekonferenz. Wegen der Rahmenbedingungen sei nicht auszuschließen, "dass es auch in Zukunft zu Malversationen kommen könnte", warnte RH-Präsident Josef Moser. Gleichzeitig gab der Rechnungshof 99 Empfehlungen zu umfassenden Reformen ab und schlug eine Novellierung des Festspielfondsgesetzes vor. Viele dieser Empfehlungen seien bereits umgesetzt, betonte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler in einer ersten Reaktion. Den Vorwurf von "gravierenden Mängeln" wies sie zurück.
Kritik an fehlender Absicherung
Nach Auftauchen von Malversationen bei den Osterfestspielen Anfang 2010 nahm der Rechnungshof auf Ersuchen des Salzburger Landtages den Festspielfonds unter die Lupe. Prüfungszeitraum waren die Spielzeiten 2004/05 bis 2009/10. Schon der im Juni 2011 vorgelegte Rohbericht erregte Aufsehen. Das Kuratorium der Festspiele wies die Kritik auch damals zurück und lehnte Strukturreformen ab. Vermisst wurde bei der "Kultureinrichtung mit Weltruf" weiters eine mittelfristige Absicherung der Finanzierung wie bei den Bregenzer Festspielen. Positiv sei, dass die Festspiele zwischen 71 und 78 Prozent der Aufwendungen über Kartenerträge, Spenden und Sponsoring abdeckten und die Erträge aus Sponsoring um 65,9 Prozent gestiegen seien.
Helga Rabl-Stadler, Präsidentin und Geschäftsführerin der Salzburger Festspiele, hat die Kritik des Rechnungshofes zurückgewiesen. "Wir haben selbstverständlich bereits jetzt eine Reihe von seit dem Rohbericht bekannten Empfehlungen des Rechnungshofes umgesetzt. Der RH hat eine Stabsstelle Controlling sowie eine integrierte Computer-Software gefordert, damit an den Schnittstellen keine Fehler passieren. Diese Forderungen sind beide erfüllt und damit ist klar gestellt, dass die Festspiele nicht unbelehrbar sind. Aber in anderen Belangen gibt es zwei verschiedene Meinungen."










