Musikalischer Rausch im Rattenlabor
Live aus Bayreuth: Arte überträgt Wagners "Lohengrin" in Spitzenbesetzung.

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Noch nie zuvor konnte man live eine Aufführung der Richard-Wagner-Festspiele im Fernsehen mitverfolgen. Die Bayreuther Festspielleitung hat für das Experiment die Oper "Lohengrin" gewählt. In runderneuerter Besetzung war der Produktion aus dem Vorjahr heuer triumphaler Erfolg beschieden.
Hans Neuenfels' Einfall, die Geschichte um Liebe und Glaube, Individualität und Massengesellschaft in ein Versuchslabor zu transferieren, spaltete das Publikum. Die Schönheit der Bilder, die Reinhard von der Thannen entworfen hat, könnte im Fernsehen noch besser zur Geltung kommen als auf der Bühne, die Irritation wird bleiben.
Anstelle von Jonas Kaufmann singt Klaus Florian Vogt den Lohengrin. Mühelos, mit schlanker, fast geschlechtsloser Stimme porträtiert er den Gralsritter aus einer fernen Welt. Annette Dasch ist in die Rolle der Elsa hineingewachsen. Andris Nelsons dirigiert die Partitur frisch und aufpeitschend. Besonders imposant singen und spielen die bösen Zentralfiguren des Abends, Petra Lang als Ortrud und Tomas Tomasson als Telramund. Ein Opernvergnügen.











