Respektable "Carmen" beim Opern Air Gars

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Eine iberische Brise durchweht die Burgruine in Gars am Kamp, wo Intendant Karel Drgac - zugleich Regisseur und Bühnenbildner - im 22. Jahr des Opern Air Festivals auf Georges Bizets "Carmen" setzt. Die durchaus respektable, wenn auch nicht restlos überzeugende Produktion ist am Freitagabend vom Premierenpublikum mit freundlichem Beifall aufgenommen worden.
Es ist ein weiter Weg vom glutvollen Sevilla ins raue Waldviertel: Das merkt man vor allem im ersten Teil des Abends, wo sich das mediterrane Lebensgefühl noch nicht so recht einstellen will. Zu träge, fast im Zeitlupentempo bewegen sich die Menschen auf der Bühne, mehr böhmische Bauern als sinnliche Spanier. Da kann auch die Choreografie (Jiri Kyselak) zunächst nicht dagegen halten. Doch nach der Pause kommt die Sache doch in die Gänge und gegen das Finale zu gelingt der Inszenierung eine deutliche dramatische Steigerung und einen Gewinn an szenischer Glaubwürdigkeit.
Viktoria Vizin hat die Rolle der Carmen bereits u.a. an der New Yorker Metropolitan Opera, an der Volksoper Wien oder am Royal Opera House in London gesungen. Diese Erfahrung kommt ihr in Gars sichtlich zugute. Marius Vlad als Don Jose schraubt sich gelegentlich in angestrengte nasale Höhen, kann gegen Schluss jedoch noch deutlich an Reserven zulegen. Auf der Orchestertribüne musizieren diesmal - und recht ordentlich - Mitglieder des Orchesters des Slowakischen Nationaltheaters Prag unter der Leitung von Andreas Stoehr.
Die Premierenbesetzung alterniert in den kommenden Aufführungen. Zusätzlich zur Oper "Carmen" wird am 12. und 13. August das Musical "West Side Story" von Leonard Bernstein als Gastspiel aus Brno auf der Burgbühne Gars am Kamp präsentiert. Für 2012 wird Giuseppe Verdis "Rigoletto" angekündigt.










