Der ausgeladene Jean Ziegler: "Die hassen mich"
Jean Zieglers Ausladung als Salzburger Festspielredner verschafft ihm eine große Bühne.

Foto © ORF / FeierAbendJean Ziegler
Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek und die Autoren Peter Turrini und Michael Scharang solidarisieren sich mit Jean Ziegler, dem ausgeladenen Festredner zur Eröffnung der Salzburger Festspiele: "Wir empfehlen den Salzburger Festspielen, sich diesmal selbst auszuladen und den Festspielsommer mit der Schmach und der Schande zu verbringen, mit der sie sich überhäuft haben."
Die Kritik der Dichter trifft nicht ins Schwarze. "Die Gestaltung des Eröffnungsfestaktes inklusive Wahl des Festspielredners liegt bei der Landeshauptfrau", erklärt Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler. Im Gespräch mit der Kleinen Zeitung berichtet sie: "Ich habe immer wieder erfolgreich Vorschläge gemacht. Jean Ziegler, dessen Engagement ich sehr schätze, stand nicht auf meiner Liste für heuer. Ich hoffe, dass jetzt einer der von mir genannten acht Vertreter aus Architektur, Literatur und Philosophie zum Zug kommen wird."
Burgstaller lud Ziegler aus
Landeshauptfrau Gabi Burgstaller, die sich nach ihrem Amtsantritt gegen eine Einladung von André Glucksmann und gegen eine Eröffnungsrede ausgesprochen hatte, weshalb man 2005 und 2006 die seit 1964 bestehende Tradition unterbrach, hat Ziegler wegen dessen angeblicher Nähe zu Libyens Diktator Gaddafi wieder ausgeladen. Zieglers These, dahinter würden jene Sponsoren stecken, mit denen er im Clinch liegt ("Es ist klar, dass die mich hassen"), hält Rabl-Stadler für unrealistisch: "Niemand hat gewusst, dass Ziegler der Festredner sein sollte. Ich habe mit keinem Sponsor darüber gesprochen."










