Franzose stahl Salzburgern die Schau
Ein 33-jähriger Franzose wurde in Salzburg beim Jedermann-Rufer-Casting zum Sieger gekürt. Er erreichte mit 119 Dezibel das Punktemaximum bei der Jury.

Foto © APADer Gewinner Philipp Sovatic.
Rund 40 Salzburger haben an einem Casting der Salzburger Festspiele für neue Jedermann-Rufer teilgenommen. Die fünf besten, das heißt die lautesten und zugleich schönsten Stimmen, sollen ins Jedermann-Team aufgenommen werden und ihren schaurigen Ruf ab dem kommenden Festspielsommer über die Stadt schallen lassen. Dieser wohl berühmteste Ruf der Theatergeschichte in Hugo von Hofmannsthals Theaterstück erklingt seit 1920 in allen Festspielaufführungen auf dem Salzburger Domplatz.
Punktemaximum für Franzosen
Der Sieger in diesem Jedermannrufer-Casting heißt Philipp Sovatic. Der 33-jährige Rechtsanwalt aus Paris, der mit seinem 119 Dezibel lauten und von der Jury mit dem Punktemaximum als besonders schön bewerteten Ruf den Salzburgern die Schau stahl, hat allerdings nur zum Spaß an diesem Casting teilgenommen. Die Liste der fünf gereihten Rufer wird morgen, Mittwoch veröffentlicht.
Unter der Aufsicht von Festspiel-HNO-Arzt Josef Schlömicher-Thier riefen die Bewerber je dreimal. Zuerst ein Aufwärmruf, dann die Lautstärkemessung in ein elektronisches Gerät und schließlich für die klangliche Bewertung und die beste Tragweite.
Diskriminierte Frauen schlugen Alarm
Insgesamt werden die 20 der besten Jedermann-Rufer eingeladen, am 22. August, das ist der 90. Geburtstag der ersten Jedermann-Aufführung auf dem Salzburger Domplatz, den ganzen Tag lang ihre Rufe durch die Stadt schallen zu lassen. Dieses Einrufen der Vorstellungen war, so die Salzburger Festspiele, in der Frühzeit der Jedermann-Aufführungen üblich.
Zu diesem Casting waren eigentlich nur Männer zugelassen. Viele der anwesenden Frauen waren mit diesem Reglement allerdings nicht einverstanden und forderten lautstark eine Teilnahmeberechtigung. Casting-Leiter Schlömicher-Thier lud spontan zwei Frauen zum Rufen ein, Jutta Wenz aus Mannheim konnte mit 114 Dezibel und einem klangschönen Ruf hervorragend mithalten. Ob sie allerdings ins reguläre Team aufgenommen wird, stand am Dienstag, Abend noch nicht fest.













