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Zuletzt aktualisiert: 06.08.2010 um 10:02 UhrKommentare

Die Folgen eines Triumphs

Mit 16 Aufführungen von zwei Werken ist Yannick Nézet-Séguin der meistbeschäftigte Operndirigent der Salzburger Festspiele.

Kometenhafte Blitzkarriere am Dirigentenpult: Der Kanadier Yannick Nézet-Séguin

Foto © yannicknezetseguin.comKometenhafte Blitzkarriere am Dirigentenpult: Der Kanadier Yannick Nézet-Séguin

Die Enttäuschung über die Absage von Anna Netrebko war ebenso groß wie die Begeisterung über den Dirigenten. Yannick Nézet-Séguin war im Sommer 2008 mit Charles Gounods Oper "Roméo et Juliette" ein so fulminantes Debüt bei den Salzburger Festspielen gelungen, dass diese ihn heuer nicht nur zur Wiederaufnahme (diesmal mit Anna Netrebko) einluden, sondern ihm außerdem auch noch ein Herzstück ihres Programms anvertrauten: Mozarts "Don Giovanni" mit den Wiener Philharmonikern. Dass die beiden Premieren an aufeinanderfolgenden Abenden stattfinden, verstärkt den Druck auf den kanadischen Dirigenten noch weiter.

Nervenstärke

Aber starke Nerven gehören zur Grundausstattung des Energiebündels, das offenbar süchtig nach Musik ist: "Ob Bach, Händel oder Mozart, es ist wie eine Droge." Bewiesen hat Nézet-Séguin seine Nervenstärke schon 2008, war doch diese für Anna Netrebko und Rolando Villazón geplante Aufführungsserie von "Roméo et Juliette" seine erste große Opernproduktion außerhalb seiner kanadischen Heimat.

Seinen Wunsch, Dirigent zu werden, äußerte er erstmals als zehnjähriger Knabe, als er im Fernsehen einen Auftritt von Charles Dutoit verfolgte, der 25 Jahre lang das Symphonieorchester von Montreal geleitet hat: "Es war eine religiöse Berufung. Ich konnte dem nicht entgehen." 1995 begann der Sohn eines Mathematiklehrers sein Musikstudium in Quebec, nachhaltig geprägt hat ihn aber der italienische Grandseigneur Carlo Maria Giulini, bei dem er ein Jahr in die Lehre ging: "Heute denke ich fast jeden Tag an diese Zeit und bin dankbar, dass ich so viel lernen durfte."

Chef mit 25

Seine praktischen Erfahrungen sammeln konnte der zu lebhafter Gestik neigende Jungdirigent mit dem zweiten Orchester von Montreal, das ihn 2000 zum Chef kürte und unter seiner Leitung etliche Platten für ein kanadisches Label aufnahm. Seine kometenhafte Karriere aber begann in Europa: Die Rotterdamer Philharmoniker kürten ihn 2008 als Nachfolger von Valery Gergiev zu ihrem Chef, das London Philharmonic Orchestra zum ersten Gastdirigenten - bei beiden Klangkörpern winkten auch Verträge mit großen Plattenfirmen. Im Jänner debütierte er heuer an der Metropolitan Opera in New York und bei der Salzburger Mozartwoche dirigierte er erstmals die Wiener Philharmoniker.

ERNST NAREDI-RAINER

Auftritte in Salzburg

"Don Giovanni" von Wolfgang Amadeus Mozart mit den Wiener Philharmonikern im Haus für Mozart: 9., 12., 15., 19., 22., 25. und 29. August.

"Roméo et Juliette" von Charles Gounod mit dem Mozarteumorchester Salzburg: 10., 13., 16., 18., 20., 23., 24., 27. und 30. August.

Karten: Tel. (06 62) 80 45 500.

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